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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Immer mehr junge Menschen ohne Wohnung

16.11.2019

Nordenham Wenn es kälter wird, sind Einrichtungen wie der Tagesaufenthalt für Wohnungslose an der Friedrich-Ebert-Straße besonders wichtig. Hier können sich Menschen, die kein Zuhause haben, aufwärmen. Hier bekommen sie einen Kaffee. Hier können sie sich waschen. Hier kommen sie mit Menschen ins Gespräch, denen es ähnlich geht. Und hier können sie auf Wunsch auch ganz konkrete Unterstützung bekommen.

Julia Durchdenwald arbeitet als Sozialpädagogin in der Einrichtung, die von der Diakonie getragen wird. Von Montag bis Freitag bietet sie an jedem Vormittag in der Woche gemeinsam mit ihrer Kollegin Karin Springer eine Beratung an. Die Frauen helfen den Obdachlosen unter anderem bei der Suche nach einer Wohnung, beim Umgang mit Ämtern und bei der Arbeitssuche. Bei Bedarf vermitteln sie die Besucher an Ärzte oder an andere Beratungsstellen. Allein schon für die postalische Erreichbarkeit der Wohnungslosen ist der Tagesaufenthalt von großer Bedeutung.

Nach den Worten von Julia Durchdenwald kommen täglich mindestens ein Dutzend Besucher, überwiegend Männer, in den Tagesaufenthalt. An manchen Tagen hat die Einrichtung 35 Gäste. Nicht alle leben auf der Straße. Es sind ehemalige Obdachlose dabei. Es sind Menschen dabei, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind.

EWE-Mitarbeiter unterstützen Tagesaufenthalt für Wohnungslose in Nordenham

Mit einer Spende von 2000 Euro unterstützen die Mitarbeiter des Energieversorgers EWE den Tagesaufenthalt für Wohnungslose in Nordenham. Das Geld kommt aus einem Hilfsfonds, in den etwa 90 Prozent aller Kollegen einzahlen. Sie verzichten Monat für Monat auf die Auszahlung der Cent-Beträge ihres Netto-Gehalts. Die auf diese Weise angesammelten Beträge gehen an soziale Einrichtungen.

Der Tagesaufenthalt für Wohnungslose hat seinen Standort an der Friedrich-Ebert-Straße 89 in Nordenham. Die Einrichtung ist montags bis freitags von 8.30 bis 13.30 Uhr geöffnet. Träger ist das Diakonische Werk. Die Sozialarbeiterin Julia Durchdenwald freut sich über die finanzielle Unterstützung. Das Geld bildet den Grundstock für eine Neuanschaffung. Der Tagesaufenthalt möchte eine Wohnküche einrichten. „In der Küche findet das Leben statt. Gerade für Menschen, die kein Zuhause haben, ist dieses Angebot sehr wichtig. Wir wollen zukünftig ein bis zwei Mal in der Woche gemeinsam kochen und auch häufiger ein Frühstück anbieten“, sagt Julia Durchdenwald. Darüber hinaus können die Besucher des Tagesaufenthaltes die Küche nutzen, um sich ihr Mittagessen warm zu machen.

Ein Trend ist für Julia Durchdenwald in den vergangenen Jahre immer deutlicher geworden. „Unsere Klienten werden jünger.“ Die Sozialpädagogin beobachtet, dass immer häufiger junge Leute aus sozial schwachen Familien auf sich allein gestellt sind. Manche von ihnen fliegen zu Hause raus und haben plötzlich kein Dach mehr über dem Kopf. Viele von ihnen übernachten für eine gewisse Zeit bei Freunden und Bekannten. Manchmal müssen sich vorübergehend ganze Familien mit Kindern auf diese Weise durchschlagen.

In der Regel spielt Verlust eine große Rolle, wenn Menschen auf der Straße landen, hat Julia Durchdenwald festgestellt. Der Verlust des Arbeitsplatzes zum Beispiel, der Verlust der Familie oder des Partners. Schulden und Suchterkrankungen können dazukommen. In der Regel gibt es mehrere Gründe dafür, dass Menschen obdachlos werden.

„Wir wollen unseren Besuchern die Chance geben, wieder ins Leben einzusteigen“, sagt Julia Durchdenwald. „Uns ist es wichtig, dass sich die Menschen bei uns sicher und gut aufgehoben fühlen.“

Eine ganz wichtige Rolle dabei spielt Rudi Domschat. Er hat früher selbst auf der Straße gelebt und lange Zeit ehrenamtlich im Tagesaufenthalt gearbeitet. Inzwischen hat er eine feste Anstellung beim Diakonischen Werk. Zweimal in der Woche bereitet er das Frühstück für die Obdachlosen zu, er erledigt Hausmeisterarbeiten, Fahrdienste und viele andere Aufgaben für die Einrichtung.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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