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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Daumen hoch für den Neuanfang

04.12.2019

Nordenham Arm in Arm feierten sie ihren Sieg und zeigten mit den Daumen nach oben: Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sollen das neue Führungsduo der SPD bilden. Das haben die Parteimitglieder in einer bundesweiten Abstimmung beschlossen. Offiziell bestätigt wird die künftige Führungsspitze auf dem Parteitag am 6. Dezember in Berlin. Was halten die Sozialdemokraten in Nordenham von dieser Personalentscheidung? Wie ist die Stimmung an der Basis? Die NWZ hat sich im SPD-Ortsverein Nordenham umgehört.

Ortsvereinsvorsitzender Nils Humboldt freut sich über das Abstimmungsergebnis. Er setzt darauf, dass Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans für „frischen Wind und neue Impulse“ sorgen. „Sie waren in der Stichwahl auch meine Favoriten“, sagt er. Ihr Hauptkonkurrent Olaf Scholz habe zwar gute Arbeit geleistet, aber er sei nun einmal einer der Altvorderen, die schon seit vielen Jahren dem Vorstand angehören. Das passe nicht so recht zu dem Neuanfang, den die kriselnde Partei dringend benötige. Die Forderung, dass Olaf Scholz nach der Niederlage sein Amt als Bundesfinanzminister aufgeben müsse, hält Nils Humboldt für überzogen. „Das eine hat doch nichts mit dem anderen zu tun“, findet er. Die kritische Einstellung des neuen Gespanns an der Parteispitze zur Großen Koalition mit der CDU begrüßt Nils Humboldt. Das heiße aber noch lange nicht, dass es unter den beiden zu einem überhasteten Ausstieg aus der Regierungsbündnis komme. „Sie wollen über Nachjustierungen verhandeln“, sagt Nils Humboldt, „das ist nach zwei Jahren völlig normal und gut.“

Timo Adamietz spricht von einer „guten Wahl“. Denn er glaubt, dass die SPD Veränderung braucht. Er ist gespannt, wie sich die Partei jetzt zusammenrauft. Und hier insbesondere, wie sich die Parteigrößen arrangieren, die ja irgendwie abgewatscht worden seien. Wie etwa reagiert Olaf Scholz, wenn die neue Parteispitze Entscheidungen kippt, die von der Großen Koalition beschlossen wurden? Timo Adamietz ist kein Freund dieses Bündnisses. Damals sei es sinnvoll gewesen, heute jedoch schade es sowohl der SPD als auch der CDU. Die neue Denke unter Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans werde der SPD guttun.

Auch Sabine Niemann sieht die Wahl positiv, denn jetzt komme „endlich Bewegung rein“. Das sei aber auch zwingend nötig, denn die SPD sei inzwischen in der Großen Koaltion viel zu sehr auf einer Linie mit der CDU. Dieser Stillstand nerve. Sabine Niemann hofft, dass sich die SPD jetzt wieder neu erfindet und an ihre Wurzeln zurückkehrt. Die SPD sei die Partei für die gesunde Mittelschicht und die Unterschicht. An Saskia Eskens Vita gefällt ihr besonders, dass sie früher einmal im Paketdienst beschäftigt war und sich dann aus eigener Kraft hoch gearbeitet hat.

Verena Sievers-Kania hat das Duo Olaf Scholz/Karla Geywitz gewählt, weil sie Olaf Scholz für den Kompetenteren hält. Ihm hätte sie es am ehesten zugetraut, die Partei zusammenzuhalten. Bei Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken hegt sie die Befürchtung, dass die beiden einen Keil in die Partei treiben und sie auseinanderreißen. Trotz allem hofft Verena Sievers-Kania, dass die Große Koalition diese Legislaturperiode übersteht. In ihr habe die SPD viele ihrer Ideen umgesetzt und auch noch für die nächsten Jahre so viele Pflöcke eingeschlagen, dass es schade wäre, wenn sie vorzeitig aufgekündigt werde.

Edeltraut Spreen ist etwas traurig, dass ihre Wunschkandidatin Gesine Schwan nur Letzte geworden ist. Die Entscheidung jetzt findet sie aber auch „ganz in Ordnung“. Denn das Gespann Esken/Walter-Borjans sei in der zweiten Runde ihre Wahl gewesen. Edeltraut Spreen hofft, dass die Partei geschlossen hinter dem neuen Führungsduo steht. Sie geht nicht davon aus, dass die neuen Vorsitzenden die Große Koaltion platzen lassen. Das setze natürlich voraus, dass die CDU flexibel ist. Den Aufriss, der zurzeit um die Zwischenbilanz und mögliche Folgen gemacht wird, versteht Edeltraut Spreen nicht. Es sei doch ganz normal, dass man hinterfragt und nachsteuert.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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