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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Kaum noch Hoffnung für den Nordenhamer Bahnhof

21.01.2020

Nordenham Ist der Nordenhamer Bahnhof noch zu retten? Diese Frage beantwortet Bürgermeister Carsten Seyfarth mit einem klaren Nein und spricht sich für einen Abriss des denkmalgeschützten Gründerzeitgebäudes aus. Einen Beschluss des Stadtrates gibt es zu dem Thema zwar noch nicht, aber in den Fraktionen zeichnet sich eine mehrheitliche Zustimmung für den Vorschlag des Bürgermeisters ab. Gegenüber der NWZ haben die Fraktionschefs von SPD, CDU und FDP deutlich gemacht, dass sie die Meinung des Stadtoberhaupts teilen und ebenfalls die Hoffnung auf eine neue Nutzung für das Gebäude aufgegeben haben. Die Wählerinitiative Nordenham sieht die Sache allerdings anders und warnt vor einem Schnellschuss.

„Keine Alternative“

SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Thöle bedauert es, dass Nordenham ein stadtbildprägendes und historisches Gebäude verliert. „Aber leider gibt es keine Alternative zum Abriss“, sagt er, „da sind wir auf der Linie des Bürgermeisters.“ In den vergangenen Jahren hätten „unzählige Gespräche“ stattgefunden, um eine Lösung für den alten Bahnhof zu finden. Doch alle Bemühungen seien an den hohen Sanierungskosten und den Vorgaben des Küstenschutzes gescheitert. Und weil die Deutsche Bahn als Eigentümerin nicht bereit sei, Geld in die Erneuerung der Immobilie zu stecken, bleibe letztlich nur noch der Abriss. Denn bei einem weiteren Zerfall sei zu befürchten, dass von dem maroden Bauwerk über kurz oder lang eine Gefährdung ausgeht. Die Stadt Nordenham könne es sich jedenfalls nicht leisten, das Gebäude zu übernehmen.

CDU-Vormann Horst Wreden ist „grundsätzlich“ ebenfalls für einen Abbruch des Bahnhofsgebäudes. Jedoch legt er großen Wert darauf, dass es ein vernünftiges Konzept für die Gestaltung der dann freien Fläche am Kopf der Bahnhofstraße geben muss. „Da muss ein ansprechender Blickfang hin“, sagt Horst Wreden, „das ist ganz wichtig für das Stadtbild.“ Er hat angesichts der allesamt erfolglosen Anläufe in der Vergangenheit die Hoffnung aufgeben, dass sich ein Investor für das Gebäude finden lässt. „Eine Sanierung ist nicht finanzierbar“, betont Horst Wreden.

Küstenschutz steht über allem

Die Deutsche Bahn ist Eigentümerin des 1875 in Betrieb genommenen Bahnhofs. Seit vielen Jahren steht das Gebäude leer, weil die Bahn für die Räumlichkeiten keine Verwendung mehr hat.

Das Bahnhofsgebäude steht auf dem Deich zur Weser. Sollte es aus Küstenschutzgründen erforderlich sein, den Deich zu verstärken, müsste das Gebäude weichen. Das ist gesetzlich geregelt.

Als Mitglied des Arbeitskreises, der mit der Suche nach einem neuen Standort für die Kreisvolkshochschule in Nordenham befasst ist, kennt sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Manfred Wolf mit dem Thema Bahnhof bestens aus. Die KVHS-Idee von der Nutzung des Gebäudes als „Bildungsbahnhof“ war geplatzt, weil Bund und Land mit Hinweis auf die Küstenschutzbelange keine Fördergelder zahlen wollen. „Die Bausubstanz wird immer schlechter“, beschreibt Manfred Wolf den Zustand der Immobilie. Er beziffert den Sanierungsaufwand mit rund 10 Millionen Euro und beruft sich dabei auf eine fachliche Kostenermittlung. „Das ist ein Fass ohne Boden“, sagt Manfred Wolf. Kein privater Investor könne unter diesen Bedingungen die Finanzierung stemmen – und die Stadt Nordenham schon gar nicht. Dass mit dem markanten Gebäude ein Stück Stadtgeschichte verschwindet, sei bedauerlich. Aber eine andere Lösung gebe es nun einmal nicht.

„Zündende Idee fehlt“

Eine andere Sicht der Dinge hat die WIN-Pressesprecherin Silvia Kerney. Ihrer Meinung nach hat der Bahnhof eine so große geschichtliche Bedeutung für Nordenham, dass er keinesfalls abgerissen werden dürfe. Woran es fehle, das sei eine „zündende Idee“ für ein Sanierungs- und Nutzungskonzept. Auch bezüglich der Finanzierung gibt sie sich hoffnungsvoll. Dass Bund und Land keine Zuschüsse zahlen wollen, dürfe nicht einfach so hingenommen werden. Die überregionale Politik und auch die Bahn müssten in die Pflicht genommen werden. Silvia Kerney ärgert sich über den „laxen Umgang“ mit dem Denkmalschutz. Das habe sich in Nordenham auch schon bei anderen Vorhaben gezeigt.

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WIN-Fraktionsvorsitzender Joachim Gorges spricht sich ebenfalls dafür aus, das Bahnhofsgebäude zu erhalten. „Da muss es Mittel und Wege geben“, sagt er und führt als Beispiel die Jahnhalle an. Sie sei ebenfalls vom Abriss bedroht gewesen und heute ein unverzichtbares Kulturhaus.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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