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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Linken-Zoff führt vor Gericht

26.09.2018

Nordenham Der Streit unter den Nordenhamer Linken hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Diesmal droht dem ehemaligen Ortsvorsitzenden Dietmar Lange der Rauswurf aus der Partei. Auf Nachfrage der NWZ hat ein Sprecher des Linken-Landesverbandes bestätigt, dass ein Ausschlussverfahren gegen den 74-Jährigen läuft. Noch sei in der Angelegenheit aber keine Entscheidung gefallen. Der Auslöser liegt bereits sieben Monate zurück. In einer Mitgliederversammlung des Linken-Kreisverbandes war eine Auseinandersetzung derart außer Kontrolle geraten, dass Dietmar Lange in der Folge nicht nur parteiinternen Ärger bekam, sondern zusätzlich ein Strafverfahren wegen Körperverletzung am Hals hatte.

Dauerkonflikt

Bei der Zusammenkunft am 23. Februar in der Nordenhamer Gaststätte Akropolis hatte sich der Streit an einem Protokollantrag entzündet. Dabei flammte der seit Jahren schwelende Dauerkonflikt zwischen Dietmar Lange und dem früheren Nordenhamer Linken-Ratsherrn Thomas Bartsch wieder auf.

Gegenüber der NWZ schilderte Dietmar Lange den Vorfall so, dass eine Versammlungsteilnehmerin aus dem „Thomas-Bartsch-Fanclub“ ihn mehrfach als Lügner bezeichnet habe. Als die Frau den Saal verlassen wollte, habe er sie an der Tür aufgehalten, um sie zur Rede zu stellen. Er streitet nicht ab, ihr dabei als „Andeutung einer Ohrfeige“ die Hand an die Wange gehalten zu haben. Aber ein mit Kraft ausgeführter Hieb sei das ganz bestimmt nicht gewesen. Sondern mehr eine „symbolische Geste“ und eine Reaktion auf den leichten Schlag, den er von der Frau auf den Arm bekommen habe.

Die betroffene Parteikollegin sah das allerdings ganz anders und zeigte Dietmar Lange bei der Polizei an. Das Amtsgericht verhängte daraufhin einen Strafbefehl über 750 Euro gegen ihn. Das akzeptierte der Nordenhamer allerdings nicht, so dass es am Montag zu einer Verhandlung kam. Der Richter brummte ihm am Ende eine Geldstrafe in Höhe von 450 Euro auf. Auch die Verfahrenskosten muss er tragen.

Das Urteil war kaum verkündet, da verfasste der Linken-Ortsverband eine Pressemitteilung, um die breite Öffentlichkeit über Dietmar Langes Verurteilung und den angeblich bereits vollzogenen Parteiausschluss zu informieren. Als Unterzeichner sind Thomas Bartsch, die beiden Ortsverbandssprecher Leon Weiß und Monika Zimmermann sowie die Linken-Ratsfrau Astrid Ammermann in der Pressemitteilung aufgeführt. Sie werfen Dietmar Lange vor, „destruktiv auf die Arbeit des Ortsverbandes gewirkt“ und oft ein aggressives Verhalten an den Tag gelegt zu haben.

Ränkespiele

Dietmar Lange hat dazu naturgemäß eine andere Sicht der Dinge. Der gelernte Tischler, der 2007 zu den Gründern des Linken-Ortsverbandes gehört hatte, wirft Thomas Bartsch und seinen Anhängern vor, „persönliche Ränkespiele“ zu betreiben und die Sachpolitik zu vernachlässigen. „Das schreckt die Leute ab und gefährdet die Existenz der Partei vor Ort“, sagt der 74-Jährige. Aber allmählich sei er es leid, sich in diesem Konflikt aufzureiben. Seine Sorgen um einen möglichen Zwangsabschied bei den Linken halten sich daher in Grenzen. „Mein Interesse, die Parteimitgliedschaft aufrecht zu erhalten, geht ziemlich gegen Null“, sagt er.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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