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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Klischees auf die Schippe genommen

05.10.2019

Nordenham Der Tag der Deutschen Einheit ist zugleich der Tag der offenen Moschee. In diesem Jahr lautete das von dem Dachverband Ditib gewählte Thema „Menschen machen Heimat(en)“. Mehmet Karabacak, Sprecher der türkisch-islamischen Selimiye-Gemeinde, und seine Mitstreiter brachten ihre Verbundenheit zum wiedervereinigten Deutschland gleich in mehrfacher Hinsicht zum Ausdruck.

Offene Moschee

Ab dem Vormittag waren wieder alle eingeladen, sich die Moschee an der Walther-Rathenau-Straße anzusehen, Fragen zu stellen und am Mittagsgebet teilzunehmen. Etwa 40 Nordenhamer nahmen dieses Angebot wahr. Gut besucht mit knapp 60 Zuhörern war auch der Vortrag des Sprechers über die Grundzüge des Islam und den Heimatbegriff. Für Mehmet Karabacak, der sich hier in Deutschland heimisch fühlt, ist es wichtig und unerlässlich, Brücken zwischen den Kulturen zu bauen.

So war auch die Idee entstanden, am Abend in der Stadthalle Friedeburg das Theaterstück „Almanya, ich liebe dich“ des deutsch-türkischen Ensembles „Halber Apfel“ aus Lüdenscheid aufzuführen. Der Eintritt sollte für die Besucher frei sein. Dafür hatten sich die Organisatoren auf Sponsorensuche begeben – und zwar mit großem Erfolg:  Die Kulturstiftung Nordenham und sechs angefragten Unternehmen hatten sofort ihre Unterstützung zugesagt.

„Das ist ein tolles Zeichen, dass wir hier in Nordenham alle zusammenhalten und uns nicht spalten lassen“, freute sich Mehmet Karabacak. Bürgermeister Carsten Seyfarth, der frühere Vorsitzende der niedersächsischen Ditib-Gemeinden, Yilmaz Kilic, die anwesenden Sponsoren Bärbel Stührenberg und Stephan Albers sowie Tammo Seltmann von der Oldenburgischen Landesbank sprachen sich für ein buntes und vielseitiges Nordenham aus, das die verschiedenen Kulturen vereint und den Dialog und nicht die Ausgrenzung fördert.

Dieses Ziel verfolgt auch die deutsch-türkische Theatergruppe „Halber Apfel“, die bereits vor sieben Jahren mit der Komödie „Stefanie integriert die Öztürks“ in Nordenham zu Gast war. Das von Murat Isboga geschriebene Stück „Almanya, ich liebe dich“ ist die witzige Fortsetzung, die auch zum Nachdenken anregt. Es beschreibt in zwei Akten äußerst humorvoll, temporeich und mit viel Ironie und Übertreibung das Zusammenleben von Deutschen und Türken.

Da ist unter anderem Familienoberhaupt Ali Öztürk, der schon lange den Urlaub in der Türkei und das Wiedersehen mit dem Vater plant, seine Ehefrau Halime, die sich mehr Romantik wünscht, der Familienfreund Sükrü, der mit dem Traum einer eigenen Dönerbuden-Kette pleite gegangen ist und die Arbeitsvermittlerin und neue Nachbarin Hannelore Müller, für die der Lebensstil der türkischen Familie anfangs befremdlich und gewöhnungsbedürftig ist.

Klischees vorgeführt

Kaum ein Klischee, das in der turbulenten Handlung nicht bedient wird. Sei es die akribische Terminplanung der Deutschen, die jedwede Spontaneität unterbindet, ihre vielen Regeln und Pflichten oder die Lautstärke der Türken und ihr akribisch geführter Haushalt ohne ein Fitzelchen Staub. Das sorgte bei den rund 400 Gästen immer wieder für Lacher, Beifall und am Schluss für Standing Ovations. Bereits in der Pause wurden im Foyer und draußen lachend die eine oder andere deutsche und türkische Lebensgewohnheit diskutiert und verglichen.

Für ein umfangreiches Buffet hatten 20 Mitglieder der Frauenabteilung der Selimiye-Gemeinde mit zum Beispiel türkischen Backwaren, Tee und Kaffee gesorgt. Die Vorbereitungen des diesjährigen Tags der offenen Moschee hatten insgesamt zwei Monate gedauert.

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