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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

„Das schönste Dorf der Welt“ will mehr

29.08.2017

Reitland „Das schönste Dorf der Welt“: So nennen die Reitlander ihren Heimatort ohne falsche Bescheidenheit. Dennoch ist ihnen klar, dass selbst ihr Dorf nicht perfekt ist. Das soll anders werden – unter anderem durch die Teilnahme am Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Seit Montagmorgen ist die Bewertungskommission des Kreises unterwegs. Reitland war die erste Station. Die Besuchergruppe mit Landrat Thomas Brückmann an der Spitze lernte ein Dorf kennen, in dem Gemeinschaft und Einsatz für die Allgemeinheit groß geschrieben werden – aber nicht so groß, dass keine Luft nach oben mehr wäre.

Thienken soll leiten

Deshalb wollen die Reitlander in Kürze einen Bürgerverein gründen. Die ersten vorbereitenden Zusammenkünfte haben schon stattgefunden. Der frühere Ratsherr Ralf Thienken ist als Vorsitzender vorgesehen, Steffen Helms soll sein Stellvertreter werden.

Bisher gibt es nur die Dorfgemeinschaft als lose Vereinigung der fünf Reitlander Vereine. Sie tritt vor allem als Veranstalter des Kinderkarnevals in Erscheinung; Sprecherin ist Ute Hülstede, die auch als Ansprechpartnerin für die Gemeinde zur Verfügung steht.

Doch das reicht nicht mehr, sind sich viele Reitlander einig. Das Dorf brauche ein Sprachrohr, um auch in Zeiten knapper werdenden Geldes wahrgenommen zu werden. Ein aktuelles Problem ist der von der Gemeinde abgeräumte Spielplatz im Neubaugebiet Grüner Winkel. Gerade hat Reitland bei der Fanta-Spielplatz-Initiative 1000 Euro für Spielgeräte gewonnen. Die 500 Euro Startkapital, die der Landkreis für die Teilnahme am Wettbewerb auszahlt, fließen ebenfalls auf das Spielplatzkonto, sagt der Reitlander Jörg Wiggers.

Weitere kostenträchtige Wünsche sind eine neue Remise für den Sportplatz, die anstelle der unansehnlich gewordenen alten grünen Blechgarage Geräte aufnehmen kann, und neue Umkleiden für die Schleuderballer. Zur Sicherung der Zukunft wird ein neues Baugebiet gebraucht, und einige Straßen müssen saniert werden.

Mehr Tourismus

Wichtig ist den Reitlandern auch der Ausbau des Tourismus als neue Einnahmequelle. Ein kleiner Beitrag dazu ist die neue Rasthütte aus Mitteln der Dorferneuerung, die so gut wie fertiggestellt ist und von Fahrradtouristen schon gut angenommen wird. Nächstes Projekt sollen nach dem Wunsch der Reitlander zwei Stellplätze für Wohnmobile direkt am Feuerwehrhaus sein. Zudem gebe es in vielen Bauernhäusern genug Platz für weitere Ferienwohnungen.

Doch auch jetzt ist Reitland schon attraktiv, machten engagierte Bürger bei einer kleinen Präsentation im Feuerwehrhaus deutlich. Dazu gab es Kaffee sowie Brot und Brötchen mit Käse vom Bio-Hof Butendiek, zum Abschied servierte Johanna Kühn vom Seefelder Weinkontor alkoholfreien Rebensaft. Zwischendurch erlebte die Kommission eine Fahrt mit historischem Trecker und Anhänger mit Thomas Helms durch das Dorf und seine Umgebung.

Der Rentner Fritz Büsing kennt die Geschichte seines Heimatdorfes. Er berichtete, die ersten Siedler seien Flüchtlinge aus dem heutigen Jadebusen gewesen, die bei der verheerenden Marcellusflut 1362 Hab und Gut verloren hatten. Sie siedelten sich nordwestlich des heutigen Dorfes an. Das Dorf selbst entstand erst in den 1870er Jahren. 1980 zählte es 77 Einwohner, jetzt sind es – dank eines Baugebiets – etwa 200.

Zuzug ist etwas Normales in Reitland, betonte Fritz Büsing: „Hier stehen keine Häuser leer.“ Noch besser: Fast alle Neubürger bringen sich in die Dorfgemeinschaft ein, verbreiten frischen Wind und stoßen neue Ideen an.

Einer dieser Neubürger führte auch durch die Präsentation: Andree Bitterer. Er ist der Schwiegersohn von Fritz Büsing und 2006 der Liebe wegen von der Großstadt Bremen in das kleine Dorf gezogen. „Heute könnte ich mir ein Leben außerhalb Reitlands gar nicht mehr vorstellen“, sagte er.

Waren früher die meisten Reitlander Landwirte, so gibt es heute nur noch einen Vollerwerbsbetrieb, sagt Fritz Büsing. Fast alle Reitlander pendeln – mindestens nach Nordenham, oft bis Oldenburg.


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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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