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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Baudenkmal: Retter für die Leichenhalle gesucht

25.02.2017

Nordenham So schnell gibt Manfred Wolf nicht auf. Bei seinem Kampf um die ehemalige Leichenhalle, die er als Kulturhaus erhalten möchte, hat der FDP-Ratsherr einen neuen Anlauf gestartet. Er sucht zahlungskräftige Mitstreiter, um die denkmalgeschützte Immobilie kaufen und damit deren Veräußerung an einen privaten Investor zu verhindern zu können. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Denn nach Manfred Wolfs Informationen hat sich ein Interessent bei der Stadt Nordenham mit einem Angebot gemeldet, über das bereits am 8. März im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss entschieden werden soll.

Baudenkmal aus dem Jahr 1905

Die Leichenhalle an der Schillerstraße wurde 1905 gebaut und gehörte früher zum Nordenhamer Krankenhaus, das sich bis 1975 an der Schulstraße befand. Der Andachtsraum hat eine Größe von 71 Quadratmetern. Dazu kommen zwei später errichtete Anbauten, die 99 und 68 Quadratmeter groß sind.

Im Jahr 2005 hatte die Stadt Nordenham beschlossen, die nicht mehr benötigte Leichenhalle zum Verkauf anzubieten. Erst fünf Jahre später fand sich ein Interessent zu einem Preis, der deutlich unter den zunächst veranschlagten 100 000 Euro lag. Er verpachtete das Gebäude an ein Bestattungsunternehmen.

Die denkmalgeschützte Immobilie fiel im Sommer 2014 wieder in das Eigentum der Stadt Nordenham zurück, weil der Käufer die Zahlungsverpflichtungen nicht eingehalten hatte.

Laut Manfred Wolf hat der Investor die Absicht, auf dem knapp 2000 Quadratmeter großen Grundstück einen Neubau mit Wohnungen zu errichten. Dieses Vorhaben lehnt der FDP-Politiker ab, weil es „nicht im Sinne der Bürger unserer Stadt wäre“. Der FDP-Ratsherr möchte stattdessen erreichen, dass das von viel Grün umgebene Areal zwischen Museumspark und Schillerstraße „auch in Zukunft für die Allgemeinheit zugänglich ist“. Das Gesamtbild aus Museum, Parkanlage und der denkmalgeschützten Leichenhalle müsse erhalten bleiben, findet Manfred Wolf. „Das liegt mir sehr am Herzen“, sagt er.

Mindestens 55 000 Euro

Als Gegenprojekt für das Vorhaben des Privatinvestors schwebt Manfred Wolf vor, dass sich eine Gruppe von kulturinteressierten Geldgebern zusammenfindet und als Käufergemeinschaft aufritt. Einige Unterstützter hat Manfred Wolf, der auch selbst eine Summe beisteuern will, bereits um sich geschart. „Aber noch sind es nicht genug“, sagt er. Bislang war von einem Mindestgebot in Höhe von 55 000 Euro für die Leichenhalle und das Grundstück die Rede.

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Nach dem Erwerb der Immobilie sollte nach Manfred Wolfs Vorstellungen möglichst schnell ein Verein oder eine Stiftung gegründet werden. Dieser Zusammenschluss müsste im nächsten Schritt ein Konzept für die künftige Nutzung der Leichenhalle ausarbeiten. Manfred Wolf schwebt dabei ein Kunst- und Kulturhaus vor, das sowohl für Ausstellungen als auch für Lesungen, Vorträge und andere Veranstaltungen geeignet wäre.

Der Kämmerer und Vize-Chef der Nordenhamer Stadtverwaltung, Bert Freese, bestätigt, dass sich ein privater Investor für die Leichenhalle interessiert und ein Angebot eingereicht hat. Nähere Auskünfte dazu macht er nicht.

Politik muss entscheiden

Sollten sich weitere Interessenten melden, wäre es laut Bert Fresse der beste Weg, die seit Jahren leerstehende Immobilie öffentlich auszuschreiben und gegen Höchstgebot zu veräußern. „Das ist letztlich eine politische Entscheidung“, sagt er und sieht den Stadtrat in der Pflicht, in der schon lange schwelenden Diskussion Farbe zu bekennen.

Die Verwaltung hat bereits mehrfach betont, dass sie angesichts der Löcher in der Stadtkasse die Immobilie versilbern und kein Geld mehr dafür ausgeben möchte.

Nach Angaben des Kämmerers ist es baurechtlich zwar möglich, die frühere Leichenhalle als Wohnhaus zu nutzen. Aber dafür wäre eine aufwendige Sanierung erforderlich, die gut 200 000 Euro kosten würde. Zudem seien die Auflagen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Für gewerbliche Zwecke käme die Leichenhalle nur mit Einschränkungen in Betracht. Büro- oder Praxisräume wären laut Bert Freese denkbar, r ein produzierendes Gewerbe jedoch nicht, weil sich die Immobilie in einem Wohngebiet befinde.

Die Denkmalschutzbehörde hat signalisiert, dass sie gegen den Abriss des Anbaus rechts neben der Leichenhalle nichts einzuwenden hätte. Es wäre also möglich, diesen Komplex durch ein neues Wohngebäude zu ersetzen.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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