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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

„Um diesen Markt kämpfen“

23.09.2019

Rodenkirchen Der Rodenkircher Markt ist in der Krise. Und die Gemeinde kann diese Krise aus eigener Kraft nicht bewältigen. Darüber waren sich Schausteller, Kommunalpolitiker und Bürgermeister Klaus Rübesamen bei der Schaustellerversammlung am Freitagabend in der Markthalle einig.

Sechs Mitglieder

Und gemeinsam brachten sie auch einen Teil der Lösung auf den Weg: Die Schausteller wählten eine sechsköpfige Interessengemeinschaft, die die Gemeinde bei der Modernisierung des Marktes unterstützen soll. Der Bürgermeister dankte den Schaustellern für dieses Engagement und sagte der neuen Interessengemeinschaft eine Einladung für die nächste Sitzung des Marktausschusses des Rates im November zu.

Angeregt hatte der Imbissbetreiber Dietrich Meier („Wurst-Didi“ aus Moorsee) die Gründung der IG, und folgerichtig wählten ihn die anwesenden Kollegen auch gleich in das Gremium. Weitere Mitglieder sind der Zeltwirt Peter Böseler aus Schweierzoll, dessen Schwiegersohn Pascal Braun („Schlemmer-Pfanne“), Klaus Brunke aus Nordenham – er betreibt unter anderem einen Kondotorwagen –, René Janßen aus Varel („Das Alpenhaus“) und Marlon Weiß aus Heide in Holstein („Superhopser“).

Bürgermeister Klaus Rübesamen würdigte in seiner Begrüßung den Markt („Dieses Volksfest sucht seinesgleichen“) und das neue Markt-Team („Zeit war für die drei Frauen in den vergangenen vier Wochen ein Fremdwort“), räumte aber auch Problembewusstsein ein: „Ich hoffe auf Vorschläge, wie wir den Markt attraktiver machen können“. Zudem entschuldigte er sich bei den Schaustellern dafür, dass irrtümlich das Butjenter Brauhaus eine Ausschankerlaubnis bekommen hatte, obwohl ein Ratsbeschluss vorsieht, dass nur Stadlander Gastronomen beim Roonkarker Mart ausschenken dürfen.

„Zu viele Wechsel“

Daraufhin kritisierte ein Schausteller den stetigen Wechsel im Amt des Marktmeisters seit der Pensionierung von Walter Lübben 2014.

„Die Gemeinde kann‘s wuppen, aber es wird sehr schwer“, sagte Dietrich Meier zu den Problemen. Er hatte schon im jüngsten Marktausschuss die Gründung einer IG angeregt. Ein solches Gremium gebe es auch für den Elsflether Krammarkt, und jetzt erhole sich dieses Traditionsfest wieder.

„Wir, die wir von Platz zu Platz ziehen, wissen Bescheid“, bot Dietrich Meier die Expertise der Schausteller an. „Es ist unser Markt, den wir für die Bürger veranstalten.“ Handlungsbedarf sieht Meier vor allem bei der Werbung, aber auch beim Reagieren auf unangenehme Überraschungen wie kurzfristige Absagen von Großfahrgeschäften. „Wir kennen die Routen unserer Kollegen und wissen bei einer Absage, welchen anderen Schausteller die Gemeinde am besten fragen kann.“

Bei der Werbung kritisierte Meier das altbackene Plakat, aber auch die verschiedenen Begrifflichkeiten. Es dürfe nicht nicht sein, dass das Volksfest in der Region als „Roonkarker Mart“ beworben werde, im Radio aber als „Rodenkircher Markt“. Es dürfe nur einen Begriff geben. Meier zitierte Peter Böseler: Es lohne sich, um diesen Markt zu kämpfen.

Klaus Brunke ergänzte, der Sonnabend und der Sonntag seien nach wie vor sehr gut besucht, aber Montag und Dienstag seien nicht stark genug, weshalb über einen Familientag mit günstigeren Preisen nachgedacht werden müsse. Auch er fand wenig Gefallen am Markt-Plakat: „Unter der Bezeichnung ,Größtes Volksfest der Wesermarsch‘ können sich Auswärtige nichts vorstellen. Deshalb muss auf dem Plakat erwähnt werden, dass es hier 13 Großfahrgeschäfte und 4 Festzelte gibt.“ Brunke schlug vor, jeder Schaustellerbetrieb könne 50 Euro für die Werbung geben.

Bürgermeister Klaus Rübesamen erläuterte die Kostensituation: „Der Markt kostet 110 000 Euro, von denen wir 60 0000 durch Standgebühren wieder einnehmen“, sagte er. „Das bedeutet: Wir gehen auf eine 50/50-Finanzierung durch die Gemeinde zu.“ So koste die Werbung 25 000 Euro, der Umzug 21 000 Euro und die Sicherheit 18 000 Euro.

Höhere Anforderungen

Der Vorsitzende des Marktausschusses des Rates, Günter Busch (CDU), sagte, die Kosten seien auch wegen zusätzlichen Anforderungen aus dem Ruder gelaufen. So habe es vor wenigen Jahren noch gar keinen Bedarf an Sicherheitsdiensten oder einem Notarzt gegeben. Aus seiner Erfahrung heraus – Busch ist seit 1974 Marktausschussvorsitzender und hat alle Höhen und Tiefen des Marktes miterlebt – machte er aber auch Mut: Gemeinsam könnten Schausteller und Gemeinde die Probleme lösen.

 Bürgermeister Klaus Rübesamen und die Schausteller-Vorsitzende Marlies Cattelmann zeichneten den Betrieb Dieter Vespermann KG aus Hambühren (Kreis Osterholz) aus, der seit 30 Jahren den Ausschank „Die Kajüte" beim Markt betreibt. Thilo Vespermann, der Sohn des Inhabers, nahm die Urkunde entgegen.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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