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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Gericht: Schauplatz für die Konflikte des Lebens

13.04.2013

Nordenham Der komplett mit Klinkersteinen ausgelegte Dachboden eignet sich bestens als rustikaler Partyraum. Die Mitarbeiter des Amtsgerichts haben ihn auch schon für einige Feste genutzt. Aber im dienstlichen Alltag der Justiz bleibt die Feierlaune außen vor. „Hier spielen sich die Konflikte des Lebens ab“, sagt die Amtsgerichtsdirektorin Dr. Claudia Peplau.

Hinter den dicken Mauern des altehrwürdigen Gründerzeit-Palastes sind schon unzählige Tränen geflossen. Wenn Straftäter verurteilt oder Ehen geschieden werden, ist das weit entfernt von den fröhlichen Seiten des Lebens.

Auch die anderen Aufgabenbereiche der Justizbediensteten erfordern ein großes Maß an sorgsamer Ernsthaftigkeit. Bei Grundstücks- und Erbschaftsangelegenheiten erwarten die Bürger eine gewissenhafte und verlässliche Bearbeitung.

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Zu Beginn drei Richter

Als das Amtsgericht im April 1913 von Ellwürden in den Neubau an der Bahnhofstraße in Nordenham umzog, waren dort drei Richter tätig. Die mussten die gesamte Bandbreite der lokalen Justizverantwortung abdecken. „Rechtspfleger gab es damals noch nicht“, sagt Claudia Pep­lau. Dieser Beamtenberuf wurde erst Mitte der 20er Jahre eingeführt.

Heute sind in Nordenham vier Richter beschäftigt. Dazu gehören Claudia Peplau (Leitung, Familiensachen und Nachlassstreitigkeiten), Wiebke Mangels (Strafsachen), Klaus Holtkamp (Insolvenzen, Betreuungen und Landwirtschaftssachen) sowie Alexander Wiebe (Familien- und Zivilsachen).

Im Gegensatz zu früher, als die Amtsrichter an ihrem Dienstort auch wohnen mussten, besteht heute keine Residenzpflicht mehr. An der Bahnhofstraße hatte die Oldenburgische Regierung eigens ein Gebäude errichten lassen, um dort eine Richterwohnung vorzuhalten.

Die andere Etage in dem Haus war für den Amtshauptmann reserviert. In den ersten Jahren hatte sich an dem neuen Behördenstandort in der jungen Stadt Nordenham neben der Justiz auch die Verwaltung des Amtes Butjadingen befunden. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1933 wurde das Amt Butjadingen aufgelöst und dem neuen Amt Wesermarsch angegliedert, aus dem 1939 der Landkreis Wesermarsch hervorging.

Die vier Amtsrichter in Nordenham werden von sieben Rechtspflegern unterstützt. Eine von ihnen ist Rita Linneweber, die auch die Geschäftsleitung ausübt. Die Rechtspfleger sind für den sogenannten Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit zuständig. Unter anderem wickeln sie Grundbucheintragungen und Insolvenzverfahren ab, stellen Erbscheine aus und beaufsichtigen Betreuungsfälle.

Im Mittleren Dienst sind am Nordenhamer Amtsgericht 16 Servicekräfte tätig. Ihre Hauptaufgaben liegen in der Schreibarbeit und der Aktenverwaltung. Hinzu kommen zwei Gerichtsvollzieher, die für Vollstreckungen und Zustellungen zuständig sind, sowie zwei Justizwachtmeister, die sich um die Sicherheit in dem Behördenkomplex kümmern.

Insgesamt haben 31 Frauen und Männer am Amtsgericht Nordenham ihren Arbeitsplatz. Einige Stellen im mittleren Dienst sind in den vergangenen Jahren wegefallen, weil die Computertechnik Einzug gehalten hat. „Früher mussten die Urteile mit acht Durchschlägen geschrieben werden“, erzählt Claudia Peplau, „das war ein ganz schöner Kraftakt.“ Und wenn sich einmal ein Fehler in den Text geschlichen hatte, war dessen Beseitigung mit allerhand Aufwand verbunden. Heutzutage ist das Kopieren und Korrigieren per Computer ein Kinderspiel.

Weniger Jugendsachen

Der Bevölkerungsrückgang und der sinkende Anteil junger Menschen spiegeln sich in den Fallzahlen des Amtsgerichts wider. In der Statistik für 2012 ist die Zahl der Strafsachen im Jugendbereich von 95 auf 84 zurückgegangen. Außergewöhnlich hoch ist das Aufkommen an Ehestreitigkeiten. Bei den Familiensachen – 2012 waren es 453 – gehört das Amtsgericht Nordenham zu den Spitzenreitern in Niedersachsen.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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