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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Historie: Schild zeugt von jüdischem Erbe

27.12.2016

Berne „Was lange währt, wird endlich gut“, lautete das Motto nun in Berne. Bei einem erneuten Anlauf wurde das schon lange angestrebte Vorhaben, die ehemalige Synagoge in der Lange Straße 31 mit einer Hinweistafel kenntlich zu machen, endlich in die Tat umgesetzt. Seit Jahrzehnten sei es ein Thema im Berner Rat gewesen, das jüdische Leben in der Gemeinde nicht aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwinden zu lassen, erklärte Björn Thümler. Genau wie Karin Logemann gehört er dem Vorstand der Oldenburgischen Landschaft an, die die dazu nötige Hinweistafel finanzierte. „So ein Schild war schon in den 1990er Jahren in der Diskussion. Aber vom damaligen Eigentümer gab es keine Zustimmung zur Anbringung“, erinnerte Björn Thümler.

Uwe und Brigitte Spille, die das Gebäude vor neun Jahren erwarben, stellten dagegen gerne eine ihrer Außenwände dafür zur Verfügung. An eine Synagoge erinnert an dem seit 1955 unter Denkmalschutz stehenden Gebäude jedoch heute so gut wie gar nichts mehr. 1840 wurde die Synagoge von Landesrabbiner Samson Raphael Hirsch für die damals rund 40 jüdischen Einwohner eingeweiht. Die jüdische Gemeinde verzeichnete im Jahr 1873 mit 64 Glaubensangehörigen einen Boom und 1924 einen Rückgang auf elf der rund 700 Berner Einwohner. Als Schlachter, Färber oder Geschäftsleute verdienten die jüdischen Familien in Berne ihr Geld.

„Das Gebäude in der Lange Straße, in dem sich heute die Spielhalle befindet, war beispielsweise ein jüdisches Web- und Wirkwarengeschäft. Die Idee zu den großen Fensterfronten war hier damals ein absolutes Novum. Die Betreiber hatten sich dazu in Amerika inspirieren lassen“, erklärte Karin Logemann, die genau wie Björn Thümler und Reinhard Rakow gerne noch mehr Hinweise auf das jüdische Leben in Berne geben würde – so wie etwa die angebrachten Lebensdaten unter dem Ella-Türk-Straßenschild.

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Ab 1933 – Berne hatte damals 14 jüdische Einwohner – war die Zahl der Gottesdienstbesucher zurückgehend, so dass sich der Besitzer des Gebäudes 1938 zum Verkauf entschloss. Der Erlös ermöglichte einigen Berner Juden gerade noch rechtzeitig das Auswandern nach Südafrika. Er verhinderte aber auch, dass die Synagoge in der Pogromnacht niedergebrannt wurde.

Von den SA-Angehörigen wurde jedoch sämtliches Inventar zerschlagen oder auf dem nahegelegen Sportplatz verbrannt. Komplett entkernt wurde die ehemalige Synagoge später, nach der Klärung der Eigentumsverhältnisse, zum Wohnhaus umgebaut. Mit der neuen Tafel und den darauf zu lesenden wichtigsten Daten der Synagoge wird nach dem vor kurzem eingeweihten neuen Tor zum jüdischen Friedhof erneut ein Stück von Bernes jüdischer Vergangenheit aufgearbeitet.

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