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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Schwei soll liebenswert bleiben

31.01.2018

Schwei „Ich bin in Schwei geboren und aufgewachsen, deshalb habe ich Interesse an unserem Ort. Ich möchte ihn groß und liebenswert machen“, fasst Renate Duhm ihre Motivation für ihr Engagement zusammen. „Ich möchte mich dort einbringen, wo ich etwas für den Ort machen kann“, sagt sie.

Als vor Jahren der Vorsitzende des Siedlerbundes Schwei verstorben war, „dümpelte der Verein vor sich hin“, erinnert sich Renate Duhm. Ohne ein offizielles Amt zu bekleiden, organisierte sie die Veranstaltungen des Vereins. „Bis irgendjemand sagte, du machst das doch sowieso, dann übernimm doch auch den Vorsitz“. So kam Renate Duhm zu diesem Amt.

1994 gab sie den Vorsitz ab. 2002 stand der Siedlerbund wieder ohne Führung da, und Renate Duhm sprang erneut ein. „Das hab ich dann noch mal fünf Jahre gemacht“, erzählt sie. Im Juni 2012 gründete sich daraus der Bürgerverein Schwei, der die Organisation einiger Veranstaltungen übernahm. Renate Duhm wurde 2. Vorsitzende.

Auch für die Wiederherstellung des Pastorenpadds hat sie sich eingesetzt. Der Weg führt an der alten Pastorei vorbei. „Er war ewig nicht begehbar. 2002 haben wir mit Eigenmitteln angefangen, den Pastorenpadd wieder herzustellen.“ Seitdem wird der Weg rege von Spaziergängern genutzt und muss natürlich weiter gepflegt werden. Die Ränder müssen gemäht und regelmäßig Schotter nachgefüllt werden, berichtet Renate Duhm.

Immer wieder neue Ideen

Seit „ewigen Jahren“ ist sie auch im Kirchbauverein tätig, sagt sie. Sie ist Schriftführerin. Im Bürgerverein ist sie „nur noch Mitglied“, ohne ein Amt zu bekleiden. Aber untätig ist die 71-Jährige deshalb keineswegs. „Ich schiebe immer gerne neue Projekte an“, sagt sie. Egal ob im Verein oder privat.

Renate Duhm gehört auch der „Zukunftsgruppe“ des Ortes an. Schwei hatte sich bei dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beworben. Zu dem Konzept gehörte unter anderem das Kriterium Mobilität. „Wir haben viele ältere Bürger. Die können nicht immer ihre Söhne oder Töchter fragen, ob sie sie zur Bank nach Rodenkirchen fahren.“ Ein Fahrservice musste also her. „Wir hatten erst an ein Bürgerbusmodell wie in Butjadingen gedacht“, erzählt sie. Aber das sei sehr aufwendig.

Schließlich kam Renate Duhm auf die Idee einer Mitfahrerbank. Eine Bank steht in Schwei an der Bushaltestelle, die andere in Rodenkirchen am Marktplatz. Wer mitgenommen werden möchte, kann sich auf die Bank setzen. Die Leute kennen sich im Ort, sagt Renate Duhm, so werden die Mitfahrer oft schon nach wenigen Minuten mitgenommen. Besonders freut sie sich, dass auch junge Leute die Mitfahrerbank nutzen. „Beim Roonkarker Mart saßen viele Jugendliche auf der Bank“, erzählt sie.

Aber auch für kleinere Verschönerungen hat die 71-Jährige einen Blick. Der Schaukasten an der Bushaltestelle in Schwei beispielsweise war seit einiger Zeit leer. Fahrpläne hängen dort schon lange nicht mehr. Kurzerhand fand Renate Duhm eine neue Nutzungsmöglichkeit: Dort hat sie nun die „Lüttje Schweier Galerie“ eröffnet. Zurzeit ist darin ein Werk von der Künstlerin Ulrike Schmitt alias „Rimaschi“ ausgestellt.

Anekdoten auf Platt

Den plattdeutschen Jahresrückblick beim Pfingstbaumsetzen des Bürgervereins hatte früher immer ihre Tante gehalten. „Ich habe ihr oft Material zugeliefert. Irgendwann hat meine Tante gesagt: ,Jetzt machst du das weiter’“, erinnert sich Renate Duhm, wie sie an diesen Job kam. Der Jahresrückblick ist nicht immer bitter ernst, sondern enthält auch mal ein Späßchen wie Anekdoten aus dem Dorfleben. Inzwischen hält sie den Rückblick auch teilweise auf Hochdeutsch, damit die jüngeren und zugezogenen Bürger sie ebenfalls verstehen.

Ihr neues Projekt soll ebenfalls für die Zugezogenen im Ort sein. Sie feilt gerade an der Idee eines Begrüßungspakets für Neubürger der Altgemeinde Schwei. Dafür möchte Renate Duhm eine Stofftasche bedrucken lassen, die mit allerlei hilfreichen Materialien gefüllt ist. Beispielsweise wird darin das Programm mit Übungszeiten des Schweier Turnvereins enthalten sein, ebenso eine Liste mit wichtigen Ansprechpartnern. „Hier darf jeder Verein für sich werben. Und als kleines Zusatzbonbon soll es Gutscheine von örtlichen Geschäften geben“, verrät Renate Duhm. Die Friseurin, den Bäcker und den Schlachter hat sie schon mit ins Boot geholt, aber sie sucht noch weiteren Sponsoren.

„Engagiert sind alle hier im Ort. Aber es bricht in der Gemeinde auch immer mehr weg. Was wir haben, müssen wir auch schön machen“, findet Renate Duhm. Für diesen unermüdlichen Einsatz ihren Ort Schwei „schön zu machen“, ist sie nun als Frau des Jahres nominiert.

Merle Ullrich
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

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