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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Über eine bewegenden Jugend in der DDR

08.11.2019

Seefeld Mit Erzählungen aus ihrer Kindheit und Jugend in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zog die ostfriesische Pastorin Elske Oltmanns jüngst 30 Seefelder Landfrauen in ihren Bann.

Ihr Vater war Gynäkologe und aufgrund seines Berufes von Ostfriesland nach Ostberlin gezogen. Dort lernte er seine Frau kennen. Elske Oltmanns wurde 1957 in Quedlinburg geboren und hat zwei jüngere Geschwister, erzählte sie den Landfrauen. Die Arztfamilie genoss einige Privilegien wie ein Auto, Telefon und eine große Wohnung. Trotzdem fühlte sich die Familie in der DDR nicht heimisch. „Wenn wir von Zuhause sprachen meinten wir Ostfriesland“, erinnerte sich Elske Oltmanns.

Ihre friesischen Namen, ihre Verbindungen in die alte Heimat und ihr Festhalten am christlichen Glauben machten sie „exotisch“. Auch Elske Oltmanns Beitritt der jungen Pioniere – gegen den Willen ihrer Eltern – änderte daran nichts.

Elske Oltmanns war die einzige an ihrer Schule, die konfirmiert wurde und nicht zur Jugendweihe ging. Sie und ihre Schwester wurden in Ostfriesland christlich getauft, als 1961 die Taufe des jüngeren Bruders anstand, war das nicht mehr möglich.

Im Januar 1975, kurz vor dem Abitur, stellte sich heraus, dass die Familie von der Stasi überwacht worden war, die ganze Wohnung war verwanzt. Die Eltern wurden verhaftet, die Wohnung wurde durchsucht und verwüstet. Die drei Geschwister wurden beim Nachbarn untergebracht. Ein paar Tage später wurde auch die 17-jährige Elske Oltmanns in der Schule von vier „Herren in Ledermänteln“ verhaftet. Sie kam in den „Roten Ochsen“, das Gefängnis in Halle, in U-Haft. Sie wurde verhört, musste sich entkleiden, wurde durchsucht und bekam Häftlingskleidung. 12 Wochen wartete sie in Einzelhaft auf ihre Verhandlung. Am Verhandlungstag sah sie ihre Eltern wieder, die gebrochen und abgemagert waren, erinnerte sie sich.

Alle wurden wegen staatsfeindlicher Verbindungen und subversiver staatsfeindlicher Tätigkeiten verurteilt, die Mutter zu einem Jahr und vier Monaten Strafvollzug in Halle, der Vater zu über zwei Jahren in Cottbus und Bautzen. Elske kam nach Hoheneck in Stollberg, wo sie für über zwei Jahre einsitzen sollte. Wieder gab es entwürdigende Durchsuchungen und die langen Haare wurden ihr abgeschnitten. Sie kam mit 14 anderen Frauen in eine Zelle. Es gab weder Waschgelegenheiten noch Stühle für alle. Die zwei vorhandenen WC’s mussten sie sich mit den Frauen aus der Nachbarzelle teilen.

Die Frauen mussten in drei Schichten arbeiten. Elske Oltmanns kam in die Strumpfnäherei. Täglich gab es einen Hofgang. Als der an einem heißen Sommertag entfallen sollte, legte Elske Protest ein und landete dafür in einer Dunkelzelle, die auch noch geflutet wurde.

Einige Zeit später starb der Vater aus bis heute ungeklärtem Grund. Elske und ihre Mutter wurden aus der Haft entlassen. Sie stellten über 2 Jahre Ausreiseanträge, der achte wurde schließlich bewilligt. „Mich wundert, dass ich wieder fröhlich bin!“ war der Untertitel zu ihrem bewegenden Vortrag. Elske Oltmanns ist heute Pastorin in Bagband. Ihr christlicher Glaube und ihr Humor haben ihr geholfen, diese Erlebnisse zu verarbeiten, erzählte sie.

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