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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Geschichte: Sozialdemokraten erinnern an Opfer des Nazi-Terrors

10.11.2015

Nordenham „Wenn wir der Opfer gedenken, geht es nicht darum, dass wir uns schuldig fühlen. Es geht darum, dass wir begreifen, warum Widerstand gegen rechte Ideologien notwendig ist.“ Das sagte Niels Humboldt am Montagabend bei einer Mahnwache anlässlich des 77. Jahrestages der Reichspogromnacht. Der Historiker hatte für den SPD-Ortsverein Nordenham dazu eingeladen.

Die Mahnwache fand nicht zufällig an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Bahnhofstraße statt. Dort liegt einer der sogenannten „Stolpersteine“, die vor fünf Jahren an mehreren Stellen in der Stadt platziert worden waren – und zwar vor den früheren Wohnhäusern von Familien, die unter dem Nazi-Terror zu leiden hatten. Dort, wo die Sozialdemokraten und einige wenige weitere Nordenhamer zusammenkamen, wohnte Anfang der 1930er-Jahre die Familie Löwi. Es handelte sich um angesehene Bürger der Stadt. Der Vater betrieb ein Geschäft für Herrenmoden. Es wurde seit 1933 systematisch boykottiert. 1935 musste es die Familie aufgeben. Sie floh in die USA. Sie gehörte zu den wenigen jüdischen Familien in der Wesermarsch, die die Nazi-Herrschaft überlebten. Die meisten anderen wurden in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Die Familie Löwi habe innerhalb kürzester Zeit ihre soziale Stellung und ihre wirtschaftliche Grundlage verloren, sagte Humboldt.

Bei der Reichpogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland und in Österreich die Synagogen. Das sei nicht der Anfang der Repressionen gegen Juden gewesen, sondern ihr erster Höhepunkt. Von 50 Juden in der Wesermarsch haben gerade einmal 20 überlebt, erzählte Niels Humboldt. Er erinnerte auch daran, dass nicht nur Juden, sondern unter anderem auch Kommunisten, Gewerkschafter, Sinti und Roma, Kranke und Sozialdemokraten von den Nazis ermordet wurden. Einer von ihnen war Martin Pauls, an den in Nordenham eine Straße erinnert.

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Mit der Mahnwache soll nach den Worten von Niels Humboldt auch der Opfer gedacht werden, die 1944 bei einem Bombenangriff auf Nordenham ihr Leben verloren. Das alles zeige, wohin rechte Ideologien führen können. „Das darf nie wieder passieren,“ sagte Niels Humboldt.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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