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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Ehrung: „Die Kommunalpolitik ist sein Leben“

01.12.2018

Stadland Weil sich Günter Busch gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe fühlte, hatte er kurz überlegt, die Ratssitzung am Donnerstagabend zu schwänzen. Glücklicherweise überlegte er sich anders, sonst hätte er nämlich seine eigene Ehrung verpasst: Der CDU-Fraktionsvorsitzende ist seit 50 Jahren Ratsmitglied.

Dass dieses außergewöhnliche Jubiläum in der letzten Ratssitzung des Jahres gewürdigt werden sollte, war der Tagesordnung nicht zu entnehmen. Bürgermeister Klaus Rübesamen (SPD) hatte die Überraschung perfekt vorbereitet und sie unter dem Tagesordnungspunkt „Bericht des Bürgermeisters“ versteckt. „Günter Busch“, würdigte Rübesamen den 78-jährigen Kleinensieler, „führt ein erfülltes Leben für die Allgemeinheit“.

„Direkte Aussprache“

Die eigentliche Laudatio überließ der Bürgermeister aber einem hochrangigen Überraschungsgast: Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) aus Berne. Der versprach zu Beginn seiner Rede aber nur „eine Art Laudatio“.  Günter Busch sei ein Freund des Clubs der direkten Aussprache, sagte Björn Thümler, „und meistens hat er auch noch recht“. In Diskussionen könne es durchaus vorkommen, dass sich jemand von Günter Busch auf den Schlips oder auf den Fuß getreten fühle, „aber wo gehobelt wird, da fallen Späne.“ Doch am Ende sei es immer so, dass man mit Günter Busch auch einen Kompromiss finden könne.

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Zudem habe Günter Busch bei sich zu Hause ein legendäres Archiv aufgebaut. Jede Vorlage, die er von der Gemeindeverwaltung bekommen habe, sei dort noch zu finden. Auch ohne Computer wisse Busch so ziemlich alles. „Kommunalpolitik ist sein Leben“, sagte Björn Thümler über den Ratssenior, der so gar nichts von einem Ruheständler hat. Neben Kirche, Jagd und Landwirtschaft spiele sie die Hauptrolle.

1967, vor 51 Jahren, ist Günter Busch in die CDU eingetreten. Im September 1968 wurde er in den Rat der damaligen Gemeinde Esenshamm gewählt, zu der neben dem Hauptort auch Buschs Wohnort Kleinensiel gehörte. 1972 stieg er zum Bürgermeister auf – er war der letzte in der Geschichte Esenshamms. Gleichzeitig war er mit 32 Jahren der jüngste Bürgermeister Niedersachsens. Seine Amtszeit war geprägt von der Gemeindereform und von der Ansiedlung des Kernkraftwerks.

Im März 1974 fiel Kleinensiel an die neue Gemeinde Stadland, in deren Rat Günter Busch von Anfang an und ohne Unterbrechung Vorsitzender der CDU-Fraktion war und blieb – 44 Jahre bisher, ein Berufsleben lang.

Und ans Aufhören denke Günter Busch auch weiterhin nicht, „denn Aufhören ist langweilig“, sagte Björn Thümler. Dann überreichte er dem Politikveteranen ein Ehrengeschenk der Landesregierung: ein Niedersachsen-Ross in weißem Fürstenberger Porzellan.

Bürgermeister Klaus Rübesamen, der Günter Busch schon Ende September, zum eigentlichen Jubiläum, zu Hause einen Präsentkorb überreicht hatte – ebenfalls als Überraschung –, übergab ihm als Anerkennung eine große, gerahmte Ehrenurkunde der Gemeinde. Im Namen der CDU-Fraktion überreichte Ratsherr Hanke Schnitger einen Präsentkorb. Daran schloss sich ein Stehempfang mit kleinem Imbiss an.

„Zu viel Bürokratie“

Günter Busch, von den Ehrungen ebenso überrascht wie gerührt, bedankte sich, machte aus dem Stegreif aber auch einige Anmerkungen zur Lage der Politik. Sehr kritisch betrachtete er die immer stärker werdende Bürokratie, die die Bewegungsfreiheit der Kommunalpolitik einenge; als Negativbeispiel nannte er den verschärften Datenschutz mit dem Verzicht auf den Versand der Weihnachtspäckchen.

Mit großer Sorge sieht Günter Busch die Stimmenverluste der beiden ehemals großen Parteien CDU/CSU und SPD. „Diese Entwicklung gilt es aufzuhalten, und zwar von unten“, sieht er dafür sich selbst und die übrigen Ratsmitglieder in der Verantwortung. Deshalb müssten bei allem politischen Streit drei große Bereiche unstrittig sein: die Demokratie, die Freiheit und das Wohl der Allgemeinheit.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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