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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Gesundheit: „Landarzt-Börse“ statt „Landarzt gesucht“

10.11.2018

Stadland Lässt Bürgermeister Klaus Rübesamen (SPD) eine wichtige Chance sausen, einen neuen Allgemeinarzt für Stadland zu gewinnen? Das vermutet die Grünen-Ratsfraktion, die dem Verwaltungschef „Verhinderungspolitik“ vorwirft.

Grund: Den Grünen liegen Schriftwechsel vor, aus denen zu erfahren ist, dass die Gemeinde nicht mehr an dem Projekt „Landärztin gesucht/Landarzt gesucht“ der Metropolregion Bremen/Oldenburg teilnehmen will. Das sei ein gravierender Widerspruch zwischen dem in der NWZ publizierten Ansinnen des Bürgermeisters, die Versorgungslücke so schnell wie möglich zu schließen, und seinem realen Verhalten, kritisieren die beiden Ratsfrauen Elke Kuik-Janssen und Andrea Arens.

Genügend Bewerber?

Besonders empört sind sie über die Begründung der Absage, die Anfang Oktober erfolgte: Stadland verfüge aktuell über genügend Bewerber.

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Bürgermeister Klaus Rübesamen, den die NWZ auf dem Weg nach Petit-Caux erreichte, bestätigte sowohl die Absage als auch die Begründung. Er habe Ende September mit Sabine Röseler gesprochen, der Geschäftsführerin des Vereins Gesundheitswirtschaft Nordwest, die das Projekt vorbereitet und auf Förderung der Metropolregion setzt. Ob das Projekt überhaupt zustande kommt, ist aber durchaus unklar und wird sich erst im März 2019 entscheiden. Zudem kostet eine Beteiligung pro Gemeinde mindestens 10 000 Euro, die über zwei Jahre zu bezahlen wären.

„Und da habe ich gesagt: Wir sind schon weiter“, betont Klaus Rübesamen. So hat die Gemeinde bereits im Mai ein Faltblatt produziert, mit dem sie an den drei Universitäten, die in Niedersachsen Ärzte ausbilden, und in Krankenhäusern der Region um Mediziner wirbt. Titel: „Die Menschen brauchen Sie!“ Diese kleine Broschüre wird von vier Ehrenamtlichen unter Federführung des früheren Pfarrers Gerhard Roos mit persönlicher Ansprache verteilt. „Darauf bekommen wir viele positive Reaktionen“, schildert der Bürgermeister.

Als er mit Sabine Röseler sprach, habe er von vier Interessenten gewusst, die aber inzwischen alle wieder abgesprungen seien – zuletzt ein Arzt-Ehepaar aus Friesland, das aber noch eine Ausbildung zu Allgemeinmedizinern hätte absolvieren müssen. „Mir war die Beteiligung auch zu teuer“, sagt Rübesamen weiter.

Auch deshalb, weil sich Stadland schon in zwei anderen Internet-Foren um neue Ärzte bemüht: die „Landarzt-Börse“ und das Portal „Niedergelassen in Niedersachsen“, das die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) anbietet. Beide seien kostenlos. Dazu komme: Sollten diese Anstrengungen nichts bringen, könne sich Stadland immer noch an dem geplanten Portal der Gesundheitsregion Nordwest beteiligen.

„Den Rat einbeziehen“

Antragsteller für dieses Projekt ist übrigens nicht der Verein, sondern aus formalen Gründen der Kreis Cloppenburg, aus dem die Stadt Löningen teilnimmt. Aus dem Kreis Ammerland ist die Gemeinde Apen dabei, und aus der Wesermarsch sollte es Stadland sein. Nach dessen Absage laufen jetzt Gespräche mit Nordenham und Butjadingen, die interessiert sind.

Die Grünen signalisieren, dass sie bereit wären, eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde an dem Portal zu unterstützen. Sie werfen Rübesamen vor, durch eigenmächtiges und erneut nicht mit dem Rat abgesprochenes Handeln eine wertvolle Chance vertan zu haben.

Und sie fragen:  Warum wurde der Rat nicht einbezogen?  Warum wurden die Kosten für das Faltblatt nicht vom Rat genehmigt?  Warum wurde der Rat nicht ausführlich über die Kampagne „Landärztin/Landarzt gesucht“ informiert?  Warum wurde dem Rat nicht Gelegenheit gegeben, Geld für dieses Projekt zu bewilligen? Warum wird kein Arbeitskreis aus Verwaltung, Rat und niedergelassenen Ärzten gebildet, der gemeinsam nach Lösungsansätzen sucht?

Als die NWZ am Freitagvormittag Sabine Röseler wegen des Projekts anrief, reagierte sie entsetzt: „Dieses Thema hat jetzt noch nichts in der Öffentlichkeit zu suchen, denn eine öffentliche Diskussion in diesem Stadium kann dem Projekt nur schaden.“ Sie kritisierte auch Bürgermeister Rübesamen, weil der im vergangenen Mai mit der NWZ darüber gesprochen hatte. Es sei völlig unklar, ob es überhaupt von dere Metropolregion anerkannt werde.

Sollte das Projekt aber gestartet werden, könne sich Stadland zu einem späteren Zeitpunkt noch daran beteiligen.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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