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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

„Stolpersteine“ erinnern an Nazi-Opfer

02.09.2010

NORDENHAM „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. In seinem Projekt „Stolpersteine erinnert der Künstler aus Köln an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihren letzten selbst gewählten Wohnorten Gedenktafeln in den Bürgersteig einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas. In Nordenham will Gunter Demnig am Sonntag, 26. September, Stolpersteine verlegen.

Wie der Pressesprecher der Stadtverwaltung, Harri Kühn, mitteilt, ist die Idee von einem ehemaligen Nordenhamer an die Stadt herangetragen worden. Er heißt Dr. Wolfgang Knüll. Sein Vater hatte eine Arztpraxis in Nordenham. Einige seiner Patienten waren Juden. Für deren Stolpersteine hat Wolfgang Knüll die Patenschaft übernommen. Darüber hinaus sind noch viele weitere Sponsoren dabei, die Steine finanzieren. In Nordenham sollen 24 Steine vor den ehemaligen Wohnhäusern der Nazi-Opfer verlegt werden.

Die Steine sind jeweils acht mal acht Zentimeter groß und mit einer Messingtafel versehen, die an die Menschen erinnert, die vor den Nationalsozialisten geflüchtet sind oder von ihnen deportiert und zum Teil ermordet wurden. Es handelt sich ausschließlich um Juden. Wie Harri Kühn mitteilt, hat die Stadt ihre Namen vom Nordenham-Museum bekommen.

Allein im Vernichtungslager Auschwitz kamen sieben Juden ums Leben. Adalbert Meyer gehörte zu den Überlebenden. Er führte das „Butjadinger Bekleidungshaus“ an der Friedrich-Ebert-Straße 14, die damals Adolf-Hitler-Straße hieß. Am 10. November 1938 um fünf Uhr morgens klingelte es bei dem Kaufmann an der Tür. Der damals 39-Jährige öffnete im Schlafanzug. Vor ihm standen Bürgermeister Dr. Emil Gerdes und etwa 15 Leute von der SA. Sie befahlen ihm, seiner Frau und seiner achtjährigen Tochter sich anzuziehen. Auch der Angestellte Walter Friedmann musste sich anziehen und ins Nordenhamer Gefängnis mitkommen. Sie waren Opfer eines Ereignisses, das die Nazis verharmlosend „Reichskristallnacht“ nannten.

Im Gegensatz zu vielen anderen kam Adalbert Meyer mit dem Leben davon. Er wurde ins KZ Oranienburg gebracht, kam wieder frei und wanderte 1939 nach Kuba aus. Von dort gelangte er 1941 in die Vereinigten Staaten, wo seine Frau und seine Tochter schon auf ihn warteten. Walter Friedmann dagegen wurde in Auschwitz ermordet – wie viele andere auch.

Am 26. September kehrt die Erinnerung an Adalbert Meyer und weitere Nazi-Opfer zurück nach Nordenham. Um 14 Uhr werden die ersten Stolpersteine an der Ecke Bahnhofstraße/Friedrich-Ebert-Straße verlegt, wo die vierköpfige Familie Stoppelmann ihr Zuhause hatte. Nur einer der beiden Söhne, Eugen Stoppelmann, überlebte Auschwitz.

in Nordenham sollen insgesamt 24 „Stolpersteine“ mit Gedenktafeln aus Messing verlegt werden. Sie erinnern an die Juden, die vor den Nazis flüchteten oder deportiert wurden.

Paul und Frederike Stoppelmann (deportiert und 1942 in Auschwitz ermordet), Eugen Stoppelmann (deportiert, überlebte Auschwitz), Emil Stoppelmann (verhaftet, 1945 in Buchenwald ermordet)

Robert, Josephine, Susanne und Paul Löwy (1936 in die USA geflüchtet)

Walter Friedmann (deportiert und in Auschwitz ermordet), Adalbert, Leontine und Renate Meyer (1939 nach Kuba geflüchtet)

Emanuel und Mirjam Pinto (deportiert und in Sobibor ermordet), Elimar Pinto (deportiert, ermordet in Auschwitz)

Louis, Rosa und Erich Pinto (deportiert und in Auschwitz ermordet)

Adolf und Emma Oss (deportiert und in Theresienstadt ermordet)

David, Thekla, Erwin und Leopold Jacobsohn (1938 nach Kolumbien geflüchtet).

in Nordenham sollen insgesamt 24 „Stolpersteine“ mit Gedenktafeln aus Messing verlegt werden. Sie erinnern an die Juden, die vor den Nazis flüchteten oder deportiert wurden.

Paul und Frederike Stoppelmann (deportiert und 1942 in Auschwitz ermordet), Eugen Stoppelmann (deportiert, überlebte Auschwitz), Emil Stoppelmann (verhaftet, 1945 in Buchenwald ermordet)

Robert, Josephine, Susanne und Paul Löwy (1936 in die USA geflüchtet)

Walter Friedmann (deportiert und in Auschwitz ermordet), Adalbert, Leontine und Renate Meyer (1939 nach Kuba geflüchtet)

Emanuel und Mirjam Pinto (deportiert und in Sobibor ermordet), Elimar Pinto (deportiert, ermordet in Auschwitz)

Louis, Rosa und Erich Pinto (deportiert und in Auschwitz ermordet)

Adolf und Emma Oss (deportiert und in Theresienstadt ermordet)

David, Thekla, Erwin und Leopold Jacobsohn (1938 nach Kolumbien geflüchtet).

Jens Milde
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2205

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