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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Dafür haben sie in Varel lange gekämpft

12.07.2018

Varel Kaum war die Tür geöffnet, strömten die Gäste hinein. Hunderte Vareler haben sich am Mittwoch das neue „Haus der Hospiz- und Palliativarbeit Am Jadebusen“ angeschaut. Mit einem Festakt wurde es am Mittag feierlich eröffnet. Am Montag sollen die ersten Gäste einziehen.

Unglaublich, kommentierten die Besucher beim Rundgang durch die hellen, lichtdurchfluteten Räume. Mit der Realisierung des Projektes ist für die Hospizbewegung Varel nach sechs Jahren ein Traum wahr geworden. „Wir haben immer daran geglaubt“, sagte die Vorsitzende Anke Kück. Und mit den Glückstränen kämpfend, lud sie alle ein: „Kommen Sie zu uns, wenn Sie Hilfe brauchen.“

Der Bau sei ein Kraftakt gewesen, betonte Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner: „Es ist ein bewegender Moment, auf den viele hingearbeitet haben.“ 2,7 Millionen Euro kostete das neue Hospiz, zusammengesetzt aus 50 Prozent Eigenkapital – vorwiegend durch Spenden – und 50 Prozent durch Fremdkapital. Wagner dankte den Gemeinden Bockhorn und Zetel sowie dem Kreis Wesermarsch: „Ohne die Kommunen rings herum, wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen.“ „Wir haben uns davon anstecken lassen“, sagte Landrat Thomas Brückmann: „Es rundet die Arbeit der Hospiz- und Palliativarbeit bei uns ab.“

Der Bau des Hospizes auf den Gelände der ehemaligen Friesland-Kaserne war indes zu Beginn nicht unumstritten. Die Stimmen der Kritiker seien aber verstummt, sagte Wagner. Nun steht das Hospiz in direkter Nachbarschaft des neuen Kindergartens, der im September eröffnet wird, und einem Neubau-Wohngebiet. „Das ergänzt sich ganz prima“, sagte Frieslands Landrat Sven Ambrosy. „Eben mitten im Leben“, ergänzte Wagner.

Auch die Politik und Hospizverbände waren skeptisch. Die Versorgung in der Region sei ausreichend, hieß es noch vor zwei Jahren. Doch die Macher ließen sich davon nicht unterkriegen. Dass eine weitere Einrichtung notwendig sei, gab am Mittwoch auch Gerd Klaus, Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbandes Niedersachsen, zu. „Das Hospiz in Varel lebt davon, dass es eine ganze Region wollte“, betonte Niedersachsen Umweltminister Olaf Lies und gestand ein: „Wir in der Politik haben das Thema zu lange falsch bewertet.“

95 Prozent der Kosten für den Hospiz-Aufenthalt übernehmen die Kranken- und Pflegekassen. Zu wenig, meint Sven Ambrosy: „Daran müssen wir politisch arbeiten“, forderte er die komplette Übernahme. „So wie beim Sterben im Krankenhaus.

Chronik: Traum vom Hospiz binnen sechs Jahren verwirklicht

23. Dezember 2012
Ein namhafter Spender legt mit einer Summe den Grundstein zur Gründung eines stationären Hospizes in Varel

1. Oktober 2014
Ein Runder Tisch – initiiert von der damaligen Bundestagsabgeordneten Karin Evers-Meyer (SPD) aus Zetel konkretisiert das Projekt

26. September 2015
Erster Vareler Hospiztag um weitere Spenden zu erhalten; Es kommen 70 000 Euro zusammen

11. April 2016
Bekanntgabe der Zusammenarbeit von der Mission Lebenshaus, Hospizbewegung Varel und der Stadt Varel als gemeinsame Träger

11. Juli 2016
Gründung der „Haus der Hospiz- und Palliativarbeit am Jadebusen gGmbH“

6. Februar 2017
Abschluss des Erbbaurechtsvertrages und Antrag auf Baugenehmigung

22. Juni 2017
Erster Spatenstich für das Haus auf dem Gelände der ehemaligen Friesland-Kaserne (jetzt Waldviertel)

17. Oktober 2017
Richtfest wird gefeiert

11. Juli 2018
Eröffnung


Ein Film-Beitrag unter   www.nwzonline.de/videos 
Mehr Bilder unter P  Weiterer Bericht      SEITE 15    www.nwzonline.de/fotos/friesland 
Video

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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