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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Wachleute fürchten um Zukunft

07.04.2016

Kleinensiel Plötzlich sieht die Zukunft für die Wachleute am Kernkraftwerk Unterweser (KKU) wieder düster aus. Denn der neue Arbeitgeber Pond Security Service GmbH hat den Überleitungstarifvertrag nicht unterschrieben, der den 123 neuen Mitarbeitern die bisherigen Konditionen bis 2022 gesichert hätte. Am Mittwochmittag taten Betroffene bei einem „aktiven Schichtwechsel“ am Werkstor ihren Unmut kund.

Wie die NWZ  am 2. März berichtete, hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) in Verhandlungen mit Pond erreicht, dass der mit dem jetzigen Arbeitgeber Hersa ausgehandelte Haustarifvertrag, der bessere Konditionen enthält als der Flächentarifvertrag, bis zu seinem Auslaufen 2022 übernommen wird. Allerdings hatte sich Pond eine vierwöchige Erklärungsfrist ausbedungen; üblicherweise dauern solche Erklärungsfristen zwei Wochen. Doch das Unternehmen ließ die Frist ohne Unterschrift verstreichen und forderte weitere acht Wochen Bedenkzeit.

„Unterlagen fehlen“

Als Grund gibt Pond Security an, dass wichtige Unterlagen der Firma Hersa fehlten. Verdi-Bezirkssekretär Frank Buscher, Wilhelmshaven, nennt dieses Argument „fadenscheinig“. Verdi habe Pond alle Tarifverträge und Hausvereinbarungen schon Anfang Januar zugeschickt. Der Betriebsrat habe Pond zudem dreimal schriftlich angeboten, fehlende Unterlagen nachzureichen. Pond habe nicht geantwortet.

Frank Buscher sagt, dass Pond neu in die Bewachung von Kernkraftwerken einsteigen wolle und deshalb bei der Eon-Ausschreibung ein günstiges Angebot gemacht habe. Jetzt sei es an Eon, sich Pond „zur Brust zu nehmen“. Wie er gerade eben von Eon erfahren habe, sei dort noch kein Gesprächswunsch von Pond bekannt. Stattdessen verfasste Pond ein Einschreiben an alle neuen Mitarbeiter: Die Verdi-Tarifkommission habe sich diffamierender Äußerungen schuldig gemacht.

Weniger Arbeitsplätze

Der Betriebsratsvorsitzende der Wachleute am KKU, Alfons Reichert, fürchtet nun, dass Pond den derzeitigen Haustarif nach einem Jahr auslaufen lässt, die älteren Mitarbeiter nicht weiterbeschäftigt und den jüngeren schlechtere Konditionen zumutet. Der Überleitungstarifvertrag würde genau das verhindern, denn er fördert den vorzeitigen Rentenbeginn der Älteren.

Mit Erreichen der Brennstofffreiheit 2019 würde die Zahl der Wachleute wohl um die Hälfte verringert, aber nur rund zwei Dutzend haben bis dahin die Regelrentenzeit erreicht. Für die, die nahe an der Rente dran sind, bietet der jetzige Tarifvertrag einen guten Übergang und damit finanzielle Sicherheit. „Viele haben Häuser gebaut“, sagt Alfons Reichert.

Eine Sprecherin von Pond sagte auf Anfrage der NWZ , der schnelle Abschluss sei nur auf Druck von Verdi zustande gekommen. Alle Beteiligten müssten aber ein Interesse an einer wirtschaftlichen tragfähigen Lösung haben.

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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