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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Erste Ideen für ein Frauenhaus

13.11.2018

Wesermarsch /Ammerland Wenn Frauen aus der Wesermarsch von häuslicher Gewalt betroffen sind und sie Hals über Kopf ihre Wohnung verlassen müssen, liegt vor ihnen meist eine Odyssee. Denn im gesamten Landkreis gibt es kein Frauenhaus. In Oldenburg werden zwar hin und wieder Wesermarsch-Frauen aufgenommen, doch die Plätze sind restlos überfüllt. Ähnlich sieht es anderswo aus.

Nun gibt es erste Ideen, wie ein Schutzangebot vor Ort geschaffen werden könnte. Nach dem Ergebnis von Sondierungsgesprächen könnte ein Frauenhaus gemeinsam mit der Wesermarsch betrieben werden, wurde im jüngsten Sozialausschuss im Ammerland von der Kreisverwaltung berichtet. In der Wesermarsch stand das Thema am Dienstag auf der Tagesordnung. Der Ammerland-Kreistag wird sich in einer Fachausschusssitzung im Dezember erneut mit dem Thema befassen. Im Nachbarkreis ist die politische Unterstützung groß: Die Idee wurde parteiübergreifend begrüßt, der Beschlussvorschlag im Sozialausschuss wurde einstimmig gefasst.

Nach ersten Überlegungen soll für die Zwecke eines Frauenhauses ein neues Gebäude errichtet werden, in dem zwölf Frauen mit acht Kindern Platz finden. Als geeigneter Standort ist Rastede im Gespräch, einmal wegen der zentralen Lage und zum anderen, weil es dort gute Versorgungsmöglichkeiten für die künftigen Bewohnerinnen gibt – vom Schulangebot für mit untergebrachte Kinder bis hin zum Nahverkehr.

Gibt es von den politischen Gremien beider Landkreise grünes Licht, sollen die Kreisverwaltungen bis zum Februar ein gemeinsames Rahmenkonzept erarbeiten.

15 bis 20 Gewaltopfer werden allein von der Beratungsstelle LaWeGa in diesem Jahr voraussichtlich in ein Frauenhaus vermittelt werden, hatte die Gleichstellungsbeauftragte Ursula Bernhold schon im Sommer gegenüber der NWZ berichtet. Oldenburg, Delmenhorst, Wilhelmshaven oder noch weiter entfernte Einrichtungen seien dann Ziele. In Oldenburg mussten im Vorjahr 197 Frauen und 253 Kinder abgewiesen werden. Das dortige Frauenhaus verfügt über elf Plätze für Erwachsene und neun für Kinder. Die durchschnittliche Verweildauer hat sich von früher drei auf nunmehr sechs Monate erhöht.

Neben der Wesermarsch und dem Ammerland waren auch die Landkreise Cloppenburg und Oldenburg an ersten gemeinsamen Gesprächen beteiligt. Nur der Landkreis Oldenburg verfügt bereits über ein eigenes Frauenhaus. Er beabsichtigt perspektivisch zwar eine Standort- und Konzeptänderung vorzunehmen, möchte die Schutzeinrichtung allerdings auch weiterhin in alleiniger kommunaler Trägerschaft betreiben. Der Landkreis Cloppenburg nutzt häufig das Schutzangebot im Frauenhaus Vechta und hat grundsätzlich Interesse an einer Kooperation, vor allem für Frauen aus dem Norden des Kreises. Unterm Strich favorisieren die Landkreise Ammerland und Wesermarsch von Seiten der Verwaltung allerdings eine gemeinsame Projektierung für ein Frauenhaus in zentraler Lage ihres Versorgungsgebietes.

Kerstin Schumann
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2604
Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

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