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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Hilfe für Sansibar aus der Wesermarsch

11.04.2019

Wesermarsch /Ovelgönne 2017 ist es um Laura von Deetzen geschehen. Als 18-jährige hat sie die Zeit zwischen Abitur und Studium sinnvoll nutzen wollen und sich für ein Umwelt- und Naturschutzprojekt auf der Insel Sansibar entschieden. Drei Monate wollte sie ursprünglich bleiben, um zwei hat sie den Aufenthalt verlängert. Und nicht nur das: Im Sommer des darauffolgenden Jahres hat die junge Frau aus Colmar der Insel im Indischen Ozean vor der Küste Tansanias einen weiteren längeren Besuch abgestattet. „Ich bin einfach sehr vernarrt in Sansibar.“

Und um den Menschen vor Ort, die sie ebenfalls sehr schätzen gelernt und liebgewonnen hat, zu helfen, hat sie nun ein soziales Projekt ins Leben gerufen. „Jamii – By supporting others we grow“ heißt das – und der Name ist Programm: „Indem wir andere unterstützen, wachsen wir“ heißt es übersetzt; Jamiii ist Swahili, bedeutet Gemeinschaft und macht deutlich, wofür das Projekt steht. Ziel ist der Aufbau eines kleinen Unternehmens auf der afrikanischen Insel, um mit den daraus erzielten Einnahmen Menschen in einem armen Dorf kontinuierlich zu unterstützen.

Die andere Seite

Denn Sansibar habe neben wundervollen Menschen, türkisfarbenem Meer, weißen Stränden und grünen Palmen, die immer mehr Touristen auf die Insel locken, auch eine andere Seite, weiß Laura von Deetzen. „Wie in vielen anderen afrikanischen Ländern wirken sich Armut und Hunger auch auf die Menschen in Sansibar aus.“ Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebe laut Schätzungen weit unterhalb der Armutsgrenze. „Dies ist der Grund für schreckliche Kinder- und Säuglingssterblichkeitsraten sowie eine allgemein niedrige Lebenserwartung von nur ungefähr 57 Jahren. Es wird geschätzt, dass zwölf Prozent aller Kinder in Sansibar unter akuter Unterernährung leiden“, weiß die 19-Jährige.

Und diesen Menschen will die Wesermärschlerin nun helfen, gemeinsam mit Issa, einem Freund vor Ort. „Wir sind beide sehr besorgt über die extreme Armut des Dorfes Mvuleni, die wir mit eigenen Augen gesehen und erlebt haben und daher beschlossen wir, etwas dagegen zu unternehmen“, berichtet die 19-Jährige, die im ersten Semester Psychologie im niederländischen Twente studiert. „Denn wenn wir nichts tun, wer tut es dann?“ Auch wenn eine Studentin und ein einfacher Reiseführer für Touristen weder Experten noch Profis seien. „Wir sind nur zwei beste Freunde, die ein Problem gesehen haben. Und wir haben beschlossen, unseren Verstand, unsere Hände und unser Herz einzusetzen, um etwas auf die Beine zu stellen, das so viel größer und bedeutender ist als wir.“

Insel im indischen ozean

Sansibar ist ein halbautonomer Teilstaat des Unionsstaates Tansania in Ostafrika. Die Insel ist ein Archipel im Indischen Ozean, bestehend aus den Inseln Unguja und Pemba sowie mehreren Nebeninseln. Es ist die Heimat von rund 1,3 Millionen Menschen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen beträgt 221,78 Euro. Die Hauptstadt ist Sansibar-Stadt mit der Altstadt Stone Town auf der Hauptinsel Unguja. Mit 2654 Quadratkilometern Fläche ist die Insel etwas größer als das Saarland.

Nach reichlicher Überlegung haben sich beide entschieden, ein kleines Unternehmen zu gründen. Im nahe des Projektdorfes Mvuleni gelegenen Nungwi, das von vielen Touristen besucht wird, wollen sie Motorroller an die Urlauber vermieten. „Bis jetzt gibt es nichts Vergleichbares, aber die Nachfrage besteht“, erklärt Laura von Deetzen. „Mit dem Einkommen, das wir daraus generieren, möchten wir das Dorf Mvuleni kontinuierlich unterstützen.“ Diese Unterstützung soll vor allem aus Nahrung und Wasser bestehen, aber auch andere Dinge wie Stifte, Bücher, Zahnbürsten und ähnliches für Kinder wollen sie bereitstellen. Und sie haben noch eine größere, nachhaltigere Idee: „Wenn alles so klappt, wie wir es uns vorstellen, ist in Zukunft alles möglich, und wir können uns sogar vorstellen, einen Brunnen oder eine Schule im Dorf zu bauen.“ Wichtig sei die kontinuierliche Unterstützung.

Die erste große Hürde

Allerdings stehen die beiden Jungunternehmer vor einer ersten großen Hürde: Der Anschaffung eines ersten Motorrollers. „Da wir beide keine Menschen mit viel Geld sind, brauchen wir Unterstützung, um uns den ersten Roller für den Start unseres Unternehmens leisten zu können.“

Mvuleni ist ein so kleines Dorf, dass es nicht einmal auf Karten eingezeichnet ist. Hier leben knapp 500 Einwohner. „Das Dorf ist besonders von Armut und Hunger betroffen, da es so klein und abseits der geschäftigen Orte liegt, so dass es vom Tourismus überhaupt nicht profitiert“, so Laura von Deetzen nach ihrem jüngsten Besuch. Diese Abgeschiedenheit hat für die Bewohner von Mvuleni noch fatalere Folgen, da sie nicht genug zu essen haben, ebenso wenig wie einen Zugang zu Mineralwasser. Die nächste Schule und das nächste Krankenhaus sind für viele Einwohner nicht erreichbar.“

Um das Geld für einen ersten Roller – Laura von Deetzen rechnet mit rund 1000 Euro – zusammenzubekommen, nutzen beide auch die sozialen Medien. Auf der Facebook-Seite https://www.facebook.com/Jamii.by.supporting.others.we.grow/ erläutern beide ihr Projekt und wollen dort auch über Fortschritte informieren. Und wer finanziell helfen will, kann dies über eine Online-Spendenkampagne unter dem Link https://www.gofundme.com/jamii-by-supporting-others-we-grow?member=1928198 tun. „Selbstverständlich kann man mit mir jederzeit auch über Facebook Kontakt aufnehmen“, betont Laura von Deetzen. Zwischen Klausuren und Prüfungen wird sie dann gerne antworten.

Im Sommer wollen die beiden Jungunternehmer mit sozialem Ansatz dann das erste Zwischenziel erreicht haben. Dann will die 19-Jährige Wesermärschlerin auch wieder auf die von ihr so lieb gewonnene Insel reisen.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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