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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Schulden: Der große Ansturm wird noch erwartet

18.07.2020

Wesermarsch Die Schuldnerberatungen in der Wesermarsch rechnen in den kommenden Monaten mit einem Zuwachs an Klienten. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie würden heute zwar noch nicht in vollem Umfang festzumachen sein, aber die Anfragen hätten schon deutlich zugenommen. Diakonie, Caritas und auch die Schuldnerberatung aus Lemwerder haben jetzt gleichermaßen über diesen Trend berichtet.

Die Anrufe, die in den vergangenen Wochen bei diesen drei Einrichtungen eingegangen sind, behandelten immer wieder die gleichen Themen: finanzielle Probleme der Menschen in Folge von Kurzarbeit, Verlust des Arbeitsplatzes und Überforderung mit der aktuellen Situation. Die Corona-Krise habe hier bereits deutliche Spuren hinterlassen, sagen die Beratungsstellen übereinstimmend. Die betroffenen Bürger sollten sich nicht scheuen, mit ihren Problemen und Sorgen auf die Berater zuzugehen.

Die Caritas

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Monika Schnieder arbeitet seit 2006 für die Caritas in der Wesermarsch. Ihre Erfahrung kommt ihr in den Gesprächen mit den Klienten zugute. „Ich erkenne oft sofort, was da los ist“, erzählt die Oldenbrokerin. In vielen Fällen sei sie sowohl als Seelentrösterin als auch als Schuldnerberaterin gefragt, so Schnieder. „Für eine gute Zusammenarbeit muss auch das Persönliche zwischen Klienten und Beratern passen. Das Verhältnis sollte nicht zu eng werden, aber man muss schon an den Klienten herankommen“, erklärt sie.

In der Corona-Zeit habe sie gespürt, dass mehr Menschen das Bedürfnis hätten, sich zu öffnen und zu reden. „Es herrschen Existenz- und Zukunftsängste. Einigen steht das Wasser bis zum Hals“, berichtet sie von einzelnen Gesprächen. Es sei wichtig, dass die Klienten von Anfang an ehrlich bleiben, um Lösungen zu finden. „Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Monaten viel Zulauf haben werden. Den Menschen wird es in meinen Augen heutzutage auch viel zu einfach gemacht, Kredite aufzunehmen“, sagt Schnieder. So würde das Internet bei Online-Käufen nicht nach dem Menschen dahinter fragen, meint die Caritas-Ehrenamtliche.

Beratung Lemwerder

Katja Podobeilo arbeitet für die Schuldnerberatung Wesermarsch in Lemwerder. Die 39-Jährige ist eine Quereinsteigerin. „Ich hatte selbst Schulden, ich weiß, wie sich das anfühlt“, sagt sie. Umso mehr begegne sie den Klienten daher auf Augenhöhe. „Man muss Vertrauen gewinnen, die Situation ist den Klienten peinlich genug“, sagt Podobeilo. Während der Corona-Krise habe sie einen leichten Anstieg an Anfragen festgestellt. So berichtete ein Mann, dass er wegen Kurzarbeit jetzt 600 Euro weniger pro Monat verdiene. Die Ratenzahlung fürs Haus würde knapp werden. Ein anderer musste bereits seinen eigenen IT-Betrieb abmelden. Und eine alleinerziehende Mutter sei alles über den Kopf gewachsen.

Die Diakonie

„Wir haben auch sonst immer gut zu tun“, sagt Karin Schelling-Carstens, Geschäftsstellenleiterin der Diakonie in der Wesermarsch. Seit anderthalb Monaten sei diese Auslastung aber noch höher. „Wenn sich gesellschaftlich etwas verändert, zeigen sich die Auswirkungen erst langfristig“, weiß die 60-Jährige. Auch in der Finanzkrise 2007/2008 habe sie ähnliches erlebt. „Damals hatten wir das Doppelte an Fällen. Wir werden die Situation wohl erst in einem Jahr besser einschätzen können“, sagt sie. Sie lobt die Klienten, die sich trotz der Corona-Auflagen stets vorbildlich verhalten hätten.

Tobias Göttler Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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