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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Zoff in CDU: „Das war unter aller Sau“

26.01.2017

Nordenham Mit der Unternehmensberaterin Sabine Dorn (52) als neuer Vorsitzender und einem weitgehend erneuerten Vorstand will die Nordenhamer CDU heftigen innerparteilichen Streit überwinden. Rentner Horst Wreden (68), der 19 Jahre den Stadtverband geführt hatte, bezeichnete während der Jahreshauptversammlung Mittwochabend im Hotel am Markt den in den vergangenen zwölf Monaten im Parteivorstand aufgetretenen Zoff wörtlich als „unter aller Sau“.

„Von hinten angefahren“

Horst Wreden sprach von „Personen, die mich von hinten anfahren und nichts absprechen“. Das sei ein wesentlicher Grund für ihn, nicht mehr anzutreten. Zudem wolle er mehr Zeit für seine Arbeit als Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion und für seine Familie haben. Er habe bereits 2014 angekündigt, aus Altersgründen den Parteivorsitz abgeben zu wollen. Damals habe sich jedoch niemand gefunden. Dem neuen Vorstand wünschte Horst Wreden einen fairen Umgang miteinander – und erhielt dafür starken Beifall der anwesenden knapp 30 Mitglieder.

„Kleinkrieg unter Vorstandsmitgliedern“

Tjark Klävemann (21) ist seit November vergangenen Jahres Vorsitzender der Jungen Union Nordenham, die zurzeit etwa 20 Mitglieder zählt. Er gehört der CDU nicht an, hat aber in dieser Funktion an Vorstandssitzungen des CDU-Stadtverbandes teilgenommen. Auf Anfrage der NWZ  kommentierte Tjark Klävemann am Rande der CDU-Versammlung den parteiinternen Zoff so: „Wegen Kleinigkeiten werden wichtige Aspekten nach außen gedrängt – zum Beispiel eine klare Entscheidung über die Finanzierbarkeit der CDU-Geschäftsstelle. Einzelne Vorstandsmitglieder haben sich in einem Kleinkrieg befunden. Ich hoffe sehr, dass das jetzt ein Ende hat.“

Sabine Dorn, im September mit dem drittbesten Ergebnis aller CDU-Bewerber in den Stadtrat gewählt und jetzt einzige Kandidatin für die Nachfolge im Parteivorsitz, kommentierte die Worte von Horst Wreden so: „Es hat lebhafte Diskussionen im Vorstand gegeben, aber ich habe sie als Demokratie wahrgenommen.“

Wie in der Versammlung deutlich wurde, sind die Hauptstreitpunkte der Schwund der Zahl der Mitglieder von 136 im Jahr 2011 auf jetzt 107 und der aus Sicht der Kritiker unzureichende Auftritt der Partei in der Öffentlichkeit sowie Schulden von 10 600 Euro, mit denen der Stadtverband beim Kreisverband in der Kreide steht.

Kontrovers diskutiert worden ist konkret auch über eine Schließung der CDU-Geschäftsstelle, die jährlich nahezu 5000 Euro kostet.

Nach NWZ -Informationen haben Sabine Dorn (bisher Beisitzerin im Vorstand) und Ehrenvorsitzender Ernst Tannen die Opposition im Vorstand gegen Horst Wreden betrieben.

Ernst Böning, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Nord, beantragte wegen der Schulden dem Vorstand keine Entlastung zu erteilen.

Tobias Thormählen, neuer Ortsbürgermeister von Abbehausen, hatte die Kasse ebenfalls geprüft und sagte, er habe festgestellt, dass sie einwandfrei geführt worden sei. Dem Vorstand treffe keine Schuld für die in vielen Jahren angehäuften Schulden.

Sabine Dorn hielt dagegen: Die Frage müsse gestellt werden, ob alles getan worden ist, die Schulden zu minimieren. Dem widersprach Ralf van Norden, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Süd: „Ich kann keine Misswirtschaft erkennen.“

Geheime Wahl

Die Mehrheit der Versammlung erteilte dem Vorstand daraufhin Entlastung.

In geheimer Wahl ist Sabine Dorn mit 18 Stimmen bei 9 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen für zwei Jahre zur Vorsitzenden gewählt worden. Für die Posten der drei Stellvertreter gab es vier Kandidaten. Gewählt wurden Birgit Semmler (20 Stimmen), Ernst Böning (19) und Dr. Tilman Kaethner (18). Dr. Hans Schmidt erhielt nur 13 Stimmen und wurde damit nicht gewählt.

Zuvor hatten Sabine Dorn und Hans Schmid Bedenken gegen Tilman Kaethners Kandidatur geäußert, der bisher schon stellvertretender Vorsitzender war.

Tilman Kaethner, der sich mit seinen Wortmeldungen auf die Seite von Horst Wreden stellte, kandidierte dennoch – mit diesen Worten: „Ich gehöre zu einem alten Vorstand, der nicht mehr erwünscht ist, aber zu einer Revolution gehört auch Kontinuität.“

Weiter wurden gewählt: Ernst Böning (23 Ja-Stimmen) zum Geschäftsführer, Hella Finn (einstimmig) zur Schriftführerin, Ralf van Norden (25) Tobias Thormählen (24) und Lisa Pargmann (17) zu Beisitzern im Vorstand.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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