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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Zwischenlager Luna verursacht Sorgen

25.02.2016

Rodenkirchen /Kleinensiel Die Einlagerung von Abfällen aus anderen Kernkraftwerken im geplanten Zwischenlager Luna treibt viele Bürger in der Wesermarsch um. Zu diesem Thema sei eine besonders große Zahl von Einwendungen eingegangen, sagte die Juristin Ute Röstermundt-Berg am Mittwoch, die für das niedersächsische Umweltministerium am Erörterungstermin für den Abbau des Kernkraftwerks Unterweser und die Genehmigung des Zwischenlagers teilnimmt.

Dieses Zwischenlager Luna – es soll, wie berichtet, schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Abbau des Kernkraftwerks aufnehmen – war deshalb auch ein wesentliches Thema des zweiten Tages der Erörterungen in der Markthalle. Das Lager soll 5000 Kubikmeter Abfall aufnehmen können, darunter 20 Prozent – als 1000 Kubikmeter – aus dem Abbau anderer Eon-Atomkraftwerke.

Nur 2600 Kubikmeter?

An diesen Zahlen arbeiteten sich auch deshalb viele Einwender ab, weil Jens Adler von der Eon-Delegation den Bedarf für Kleinensiel mit 2600 Kubikmetern angeben hatte. Zwar zog sein Chef Dr. Christian Müller-Dehn diese Zahl wieder zurück, doch sie blieb in der Diskussion.

Bürgermeister Klaus Rübesamen (SPD) sagte, der Rat habe sich sehr schwer damit getan, dieses weitere Zwischenlager hinzunehmen und sich nur deshalb dazu durchgerungen, um den schnellen Abbau des Kraftwerks zu ermöglichen. Er forderte das Ministerium auf, die Genehmigung zu versagen, falls Eon dabei bleiben sollte, hier Abfall von außerhalb einzulagern.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Busch, der als Privateinwender an dem Termin teilnimmt, regte an, die Kapazität auf 3500 Kubikmeter zu begrenzen. Damit reagierte er auf den Einwand von Ute Röstermundt-Berg, dass es möglicherweise rechtlich unzulässig sein könnte, Eon eine Einlagerung fremder Stoffe zu verbieten.

Denn weil kein Endlager zur Verfügung steht – das ehemalige Eisenerzbergwerk Schacht Konrad in Salzgitter nimmt nach optimistischen Einschätzungen 2022 die ersten Fässer auf –, hat Eon die Pflicht, ein Zwischenlager zu bauen – aber nicht zwangsweise am gleichen Standort. Das Ministerium prüfe zurzeit, welche rechtliche Handhabe es gebe; diese Prüfung sei noch nicht abgeschlossen.

Auch auf Nachfragen war Eon nicht bereit oder in der Lage, konkret mitzuteilen, woher die ortsfremden Stoffe kommen sollen. Die Butjadinger Bürgermeisterin Ina Korter (Grüne) forderte, dies im Protokoll festzuhalten. Sie verwies zudem darauf, dass es nach ihrer Kenntnis kein zweites ähnlich großes Zwischenlager für schwach- und mittelaktive Stoffe in Deutschland gebe.

Sowohl der Abfall aus Kleinensiel als auch der aus anderen Kraftwerken soll in Behältern gelagert werden, die für den Schacht Konrad zugelassen sind, teilte Dr. Christian Müller-Dehn mit.

Gestapelte Behälter

Die stellvertretende Kraftwerksleiterin Dr. Susanne Engstler sagte, im Lager Luna werde nicht mit offen radioaktiven Stoffen hantiert. Deshalb seien Schleusen, Druckestaffelungen und eine Überwachung der Raumluft, die mehrere Einwender gefordert hatten, nicht erforderlich. Die Luftfilter sollen Aerosole aus der Luft holen.

Ingo Bischoff, der im Namen des Landvolks sprach, äußerte seine Sorge vor den fünffach gestapelten Behältern. Sie seien erdbebensicher aufgestellt, beruhigte Jens Adler von Eon.

Für nicht ausreichend halten viele Einwender die regelmäßigen Überprüfungen. Vorgesehen sind alle zehn Jahre Rundgänge mit Sachverständigen. Die Behälter werden aber so eng zusammenstehen, dass es zwischen ihnen keine Gehwege gibt. Deshalb will Eon ein Referenz-Gebinde aufstellen, das verlässliche Hinweise auf den Zustand aller Gebinde geben soll, wie Jens Adler sagte.

Eine große Befürchtung aller Einwender besteht darin, dass das Zwischenlager zu einem faktischen Endlager werden könnte, weil es der Bundesregierung nicht gelingt, ein wirkliches Endlager zur Verfügung zu stellen. Deshalb waren sich alle Einwender einig, die Laufzeit des Lagers zu begrenzen, am besten auf 25 Jahre. Ob das rechtlich überhaupt möglich ist, muss das Umweltministerium ebenfalls noch sorgfältig prüfen.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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