Nordenham/Einswarden - Das ist nach Ansicht des Betriebsratsvorsitzenden Michael Eilers die gute Nachricht: Das Werk des Airbus-Tochterunternehmens Premium Aerotec (PAG) im Nordenhamer Stadtteil soll nicht verkauft werden. Schlecht sei aber, dass dieser Ausschluss eines Verkaufs nicht auch für alle anderen PAG-Standorte – etwa für das Werk in Varel – gelten soll. Michael Eilers unterstreicht im Gespräch mit dieser Redaktion: „Eine Spaltung ist nach wie vor der falsche Weg.“
Heute Tochter – morgen Tochter
Die erfreuliche Nachricht wird seiner Einschätzung nach zudem weit in den Schatten gestellt durch diese seiner Ansicht nach erschreckende Nachricht, die am Mittwoch vom Airbus-Management gekommen ist: Das Nordenhamer Werk ist heute Teil einer Airbus-Tochter (nämlich von PAG) und es soll auch morgen – nach der Zerschlagung der PAG – Teil einer Airbus-Tochter sein (nämlich des geplanten Unternehmens für Flugzeugstruktur-Montage). Somit solle, kritisiert der Betriebsratschef, Nordenham eben nicht in Airbus eingegliedert werden.
Wie berichtet, soll dagegen laut Management die neue Firma für Flugzeugstruktur-Montage voll in den Airbus-Konzern „integriert“ werden. Mehr noch: Das neue Tochterunternehmen soll Kernbestandteil von Airbus werden. Für Michael Eilers ist das unverständlich. Wenn das neue Unternehmen tatsächlich „voll integriert“ werden soll, müsse es eingegliedert und nicht eine 100-prozentige Tochter von Airbus werden.
Unverständlich ist laut Michael Eilers auch, dass das Airbus-Management vor vier Wochen nur die Flugzeugstruktur-Montage des Airbus-Werkes in Hamburg dem neuen Tochterunternehmen – gemeinsam mit Nordenham, Bremen, Stade und teilweise Augsburg – zuschlagen wollte. Jetzt aber solle auch die Ausrüstungsmontage in Hamburg aufgenommen werden.
Dieses Manöver schaffe kein neues Vertrauen. Das bedeute, so Michael Eilers, dass die Ausgliederung von Beschäftigten aus dem Airbus-Werk Hamburg verdoppelt werden soll. Es gehe um eine Größenordnung wie im Nordenhamer Werk (2400 Mitarbeiter).
Eine Gleichbehandlung mit den französischen Standorten von Airbus werde keineswegs erreicht. Denn im Gegensatz zu den deutschen Werken sei in Frankreich kein gesondertes zweites neues Unternehmen für die Fertigung von Einzelteilen und Kleinkomponenten geplant. In Deutschland drohe diesem neuen separaten Bereich – dazu soll auch das Werk in Varel gehören – zudem der Verkauf.
Die zwei neuen Tochterfirmen in Deutschland würden mehr Aufwand erfordern. Mit bestehender Dach-Firma Airbus Operations GmbH würden sich drei Firmen mit drei Geschäftsführungen ergeben. „Warum das effektiver und kostengünstiger werden soll, bleibt ein Rätsel.“
Druck wird nur weitergereicht
Fazit von Betriebsratschef Michael Eilers: Das Airbus-Management will mit den Umstrukturierungen nur den Kostendruck an die Beschäftigten weiterreichen und nach der Zerschlagung eventuell Bereiche verkaufen.
Michael Eilers begrüßt die Gesprächsbereitschaft des Managements, verlangt aber, dass zunächst alle Aktivitäten zur Vorbereitung der Spaltung des Unternehmens gestoppt werden. Für die Beschäftigten in Nordenham gibt er somit keine Entwarnung. „Unsere Rote Karte für die Pläne des Managements bleibt richtig.“
