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Umweltschutz Diskussion um Niederschlagsprobleme auf Abfalldeponie in Brake

Lutz Timmermann
Dieser abgeschottete Graben zwischen den Deponiekörpern Nord (links) und Süd (rechts) nimmt das Betriebsflächenwasser auf. Vor seiner Entwässerung wird das Wasser beprobt und im eigenen Labor analysiert.

Dieser abgeschottete Graben zwischen den Deponiekörpern Nord (links) und Süd (rechts) nimmt das Betriebsflächenwasser auf. Vor seiner Entwässerung wird das Wasser beprobt und im eigenen Labor analysiert.

Lutz Timmermann

Brake - Kreistagsabgeordneter Reiner Gollenstede aus Brake befürchtet „zunehmend Probleme mit Niederschlagsmengen auf der Abfalldeponie in Käseburg“. Hans Conze-Wichmann, Geschäftsführer der GIB-Entsorgungsgesellschaft Wesermarsch, „sieht aber nicht, dass wir deshalb riesige bauliche Maßnahmen ergreifen müssten“.

Keine reine Trennung

Nach Meinung der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UW), deren Fraktionsmitglied Gollenstede ist, und des Bürgervereins „Rund um Sandfeld“ hat Ende 2023 bei starken Regenfällen die vorgeschriebene Trennung von Oberflächen- und Sickerwasser nicht lupenrein funktioniert. Deshalb hatte es im Januar 2024 einen Vor-Ort-Termin von Gollenstede und Kreistagsmitglied Jürgen Janssen (Bündnis 90/Die Grünen) aus Rodenkirchen mit der GIB-Geschäftsleitung gegeben. „Das Problem hat sich im 1. Quartal 2024 fortgesetzt“, ergänzte Gollenstede in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft des Kreistages.

Mischwasser festgestellt

Eine Aussage des von der Abfallwirtschaft Wesermarsch mit der Erstellung der jährlichen Deponieberichte beauftragten Ingenieurbüros Hinrichs aus Bad Zwischenahn bestätigt diese Vermutung. Darin heißt es, „dass in dem niederschlagsreichen Jahr 2023 ein wesentlicher Teil des auf die Deponieoberfläche (im Bauabschnitt Süd, Anm. der Redaktion) treffenden Niederschlags nicht oberflächig zu der am Böschungsfuß angeordneten Entwässerungsmulde abgeflossen ist, sondern die mineralische Oberflächenabdichtung durchsickert und zur Sicherwasserbildung beigetragen hat“. So erklärt Conze-Wichmann die bislang größte aus dem Bauabschnitt Süd in einem Kalenderjahr entnommene Sickerwassermenge von 43 878 Kubikmeter. Proben hätten ein Mischwasser aus Grund- und Deponiesickerwasser ausgewiesen.

Unbelastetes Oberflächenwasser von den beiden Deponieabschnitten Nord und Süd fließt über die Böschungen oberflächlich ab und gelangt über die Rinnen an den Böschungsfüßen in den 1,5 Kilometer langen Deponiegraben, der nach Angaben von Conze-Wichmann ausschließlich unbelastetes Oberflächenwasser führt und über einen Teich und weitere Gräben der Rönnel als Vorflut zugeführt wird. Eine Ausnahme bildet eine deutlich geringere Menge an Oberflächenwasser aus dem Bereich zwischen den Betriebsabschnitten Nord und Süd. Es staut sich in einem abgeschotteten 300 Meter langen Graben zwischen den beiden Deponiekörpern. Dieser Graben hat keine Verbindung zum Deponie-Ringgraben. Das Wasser darf nur nach einer Beprobung in den Ringgraben gepumpt werden. Werden von der Unteren Wasserbehörde vorgegebene Grenzwerte nicht eingehalten, wird es in die Sickerwasserkläranlage eingeleitet.

„Akt von Transparenz“

Kreistagsabgeordneter Reiner Gollenstede lobte unterdessen den Aufwand, der von der GIB und Hans Conze-Wichmann betrieben werde. Es sei doch gut, dass seine Fraktion den Antrag auf regelmäßige Berichterstattung gestellt habe, „das ist auch ein Akt von Transparenz gegenüber den Anliegern und der Öffentlichkeit“.

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