Reitland - Schon seit fast zehn Jahren praktiziert Elisabeth Windhoff in Reitland. Dort lebt sie mit ihrem Mann Andreas, der in dem Dorf ein Ingenieurbüro betreibt. Als „Landkind aus Westfalen“ fühlt sich die 59-Jährige in Reitland sehr wohl.
Studiert hat sie Sozialpädagogik. „Ich arbeite gern mit Menschen und helfe ihnen, ihre Situation zu verbessern“, sagt sie. Beim Norddeutschen Institut für Kurzzeittherapie (NIK) in Bremen absolvierte sie eine Zusatzausbildung zur Psychotherapeutin, dazu kam vor zwei Jahren eine weitere Ausbildung für Supervision und Coaching. Ihr Angebot bezeichnet sie als „Psychosoziale Beratung und Systemische Therapie“. Systemisch bedeutet, dass das Umfeld der Patienten einbezogen wird.
Seit 2008 wird die Systemische Therapie vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie und seit 2020 auch von der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands als vierte wirksame Form der Psychotherapie anerkannt – neben Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie. Dennoch übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Therapie bei Elisabeth Windhoff nicht, weil die Zahl der Praxen, für die übernommen wird, begrenzt ist.
Die Wartezeit für Psychotherapien in Praxen mit Kassenzulassung betrage in der Wesermarsch mindestens neun Monate, sagt die Reitlanderin. Weil sie nur Privatzahler nehmen darf, sei das bei ihr anders.
Die Therapeutin behandelt einzelne ebenso wie Paare und Familien. Mittlerweile betreut sie fast genau so viele Männer wie Frauen.
Als wichtigstes Problem sieht sie die Kommunikation: „Wir haben nicht gelernt, zu kommunizieren“, sagt Elisabeth Windhoff. Das führe zu Missverständnissen, die sich in den sogenannten sozialen Medien mit ihren Emojis noch verstärkten. Generell gelte bedachtes Kommunizieren, denn: „Der Empfänger bestimmt, wie die Botschaft lautet, nicht der Sender.“
