Nordenham - Bürgermeisterbüro statt Bundestag: Raoul Krippner hat sich die Karten neu gelegt und seine Bewerbung für das CDU-Mandat im Wahlkreis Delmenhorst/Wesermarsch/Oldenburg-Land zurückgezogen. Stattdessen kandidiert der 58-jährige Rechtsanwalt nun für den Bürgermeisterposten der Stadt Nordenham. Damit steht der erste Konkurrent für Amtsinhaber Carsten Seyfarth (SPD), der am 12. September auf eine Wiederwahl hofft, fest.
Einstimmiges Votum
Die CDU-Stadtratsfraktion hatte den Stein ins Rollen gebracht. „Wir haben Raoul Krippner angesprochen und ihn gefragt, ob er zu einer Kandidatur für das Bürgermeisteramt bereit ist“, sagt Fraktionsvorsitzender Horst Wreden. Nach seinen Angaben hat die CDU-Riege im Stadtrat einstimmig beschlossen, Raoul Krippner zu unterstützen.
In der Vergangenheit ist es so üblich gewesen, dass die Partei ihre Kandidaten in einer Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes kürt. Doch diesmal hat die Ratsfraktion die Initiative ergriffen und ist vorgeprescht. Horst Wreden begründet diese Vorgehensweise damit, dass der von Sabine Dorn angeführte Stadtverbandsvorstand „zurzeit nicht funktionsfähig“ sei. In der für Mittwoch, 10. Februar, angesetzten Stadtverbandsversammlung soll Raoul Krippner sich den Parteifreunden vorstellen.
„Es war eine wertvolle Erfahrung“, blickt Raoul Krippner auf seine Bewerbung für das Bundestagsmandat zurück, „,aber die Entwicklungen der letzten Monate haben meine Perspektive verändert.“ Schließlich sei sein Antrieb immer gewesen, „der Region und eben insbesondere Nordenham eine Stimme zu verleihen“. Themen wie Krankenhaussubventionierung, Haushaltsplanung, Regionales Versorgungszentrum, Straßenausbaubeitragssatzung und Weservertiefung beschäftigen den Nordenhamer Rechtsanwalt nach eigenen Angaben immer mehr.
Berlin abgehakt
Auch Gespräche mit Familie und Freunden hätten seine Überzeugung reifen lassen, dass Nordenham derzeit nicht in erster Linie einen Vertreter im Bundestag benötige, sondern eine „sondern eine echte Alternative vor Ort“.
Nach der Anfrage der CDU-Ratsfraktion, ob er sich eine Bürgermeisterkandidatur vorstellen könne, habe er nicht lange überlegen müssen. „Das wesentliche Ziel bleibt dasselbe“, sagt der 58-Jährige, „ich werde mich für die Stadt Nordenham und ihre Bürgerinnen und Bürger stark machen.“
Fraktionschef Horst Wreden spricht von einem Glücksgriff. Raoul Krippner sei ein „erfahrener Politiker und Nordenhamer durch und durch“. Er verfüge über herausragende Kenntnisse im Verwaltungsrecht und habe eine klare Vision für Nordenham.
Horst Wreden hofft, dass die FDP und die WIN den CDU-Kandidaten unterstützen. Dazu sollen in der nächsten Woche Gespräche geführt werden. Raoul Krippner möchte auch mit den Grünen und der SPD sprechen: „Ich sehe meine Kandidatur als Angebot für alle Nordenhamer“, sagt er.
