Mentzhausen - Jan H. Grotjahn steht kurz vor Sonnenuntergang an der Kreuzung Mentzhauser Straße/Oldenbroker Straße und ärgert sich. „Hier werden gerade frisch erneuerte Straßen wissentlich kaputtgefahren – und niemand interessiert sich dafür. Und am Ende muss der Steuerzahler für die enormen Kosten aufkommen“, sagt der 53-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion.
Boßelkugelgroße Risse in der Straße
Seit 1997 wohnt der Tischlermeister an der Mentzhauser Straße. Er hat einen guten Blick auf die Kreuzung vor seinem Haus und kann so die Oldenbroker Straße leicht einsehen, die auf 5 Tonnen beschränkt ist. Die Oldenbroker Straße musste nach dem sehr trockenen Sommer 2018 komplett saniert werden. Die Risse in der Straße waren so groß, dass darin gar die Boßelkugeln der Straßenboßler versanken. Inzwischen haben sich in der Straße schon wieder Risse gebildet. Und Jan H. Grotjahn kann genau erklären, woran das liegt. „Hier rollen sogar 40-Tonner in hohem Tempo über die Straßen, die dafür überhaupt nicht ausgelegt sind“, sagt der Mann, der als Bezirksvorsteher lange aktiv war, und diese Missstände jetzt nicht länger hinnehmen möchte.
In einem vierseitigen Brief an den Landkreis Wesermarsch und die Gemeinde Ovelgönne – der der Redaktion vorliegt – beschreibt er die Missstände und erinnert daran, dass vor wenigen Jahren an der Mentzhauser Straße ein Haus eingestürzt ist.
Haus im Moor versackte und wurde abgerissen
Zur Erinnerung: Das Haus im Moor an der Mentzhauser Straße 69 versackte am 8. Oktober 2012, wurde unbewohnbar und später abgerissen.
Es habe danach zahlreiche Krisensitzungen und sogar Spendenaufrufe für die betroffen Familie gegeben, doch die Überlastung der Straßen habe seither immer weiter zugenommen.
Zum einen seien die landwirtschaftlichen Fahrzeuge immer größer und schwerer geworden, zum anderen sei wegen der vielen Sperrungen der Bundesstraßen 211 sowie 437 jede Menge Schwerverkehr über die dafür absolut nicht ausgelegten Moorstraßen gerollt.
„Wenn hier die 40-Tonner mit Tempo 80 vorbeiknattern, dann wackelt mein ganzes Haus. Es hat sogar schon Setzungsrisse geben. So kann es einfach nicht weitergehen“, sagt Jan H. Grotjahn im Gespräch mit der Redaktion und ärgert sich.
Er fordert, dass die Gemeinde Ovelgönne und der Landkreis Wesermarsch endlich durchgreifen, damit die genannten Missstände beseitigt werden können. Das Unterlassen der Behörden führe zu umfangreichen und mutwilligen Sachbeschädigungen, für die die Allgemeinheit aufkommen müsse..
Haus im Moor versackte und wurde abgerissen
Zugleich verweist er im Schreiben, dass andere Kommunen die Lage deutlich besser im Griff haben. So gebe es auf Moorriemer Seite eine Tempo-70-Beschränkung und bei der Sperrung der Bundesstraße 211 sei für die Lastwagen Tempo 30 vorgeschrieben und das Tempo auch verlässlich kontrolliert worden.
