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NWZonline.de Region Wesermarsch

Schulausbau in der Wesermarsch: „Kleine Lösung“ für Grundschule Rodenkirchen ist zu klein

19.06.2021

Rodenkirchen Ein Bild der Verwirrung hat am Donnerstagnachmittag die gemeinsame Sitzung von Infrastruktur- und Schulausschuss des Rates geboten. Thema war der Ausbau der Grundschule Rodenkirchen, dessen Dringlichkeit von keiner Seite bestritten wird. Nicht zu klären war aber, was genau das Gespräch zwischen der zuständigen Fachbereichsleiterin Sabine Walther, der Schulleiterin Kerstin Beck und dem Architekten Thomas Schramm ergeben hat.

Neues Konzept

Doch beide Ausschüsse waren sich einig, dass die vom Architekten vorgelegte kleine Lösung zu klein ist. Deshalb gaben beide Gremien jeweils einstimmig ein neues Gespräch in dieser Runde in Auftrag, bei dem ein neues Konzept entwickelt werden soll.

Und übrigens drängt die Zeit: Schon im übernächsten Schuljahr 2022/23 werden an der Grundschule 225 Kinder erwartet. Zurzeit sind es 184, und die Zahl der Klassenräume reicht nur deshalb aus, weil zwei Fachräume als Klassenräume genutzt werden, seit Jahren schon.

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Abhilfe sollte ein zweistöckiger Anbau im Osten der Schule mit zwei Klassenräumen und Verwaltungsräumen für 1,2 Millionen Euro schaffen, den die Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung wegen der Haushaltsprobleme der Gemeinde aber einkassierte. Daraufhin handelte die dreiköpfige Runde zwei Alternativen aus, von denen den Ausschüssen aus Zeitgründen aber nur die kleine Lösung für 460 000 Euro vorlag. Auch Bürgermeister Klaus Rübesamen (SPD) kannte keine andere Version und hatte sich schon die Genehmigung der Kommunalaufsicht geholt, wie er mitteilte.

Für 54 Schüler

Diese kleine Lösung besteht darin, dass unter dem Pausenüberstand zwei Klassenräume für jeweils 27 Kinder gebaut werden, der eine 65 Quadratmeter groß, der andere knapp 70. Zudem sollen zwei Räume im Erdgeschoss umgenutzt und die Toiletten ausgebaut werden.

Die große Lösung baut auf der kleinen auf und sieht zusätzlich eine Verbreiterung der Eingangstür mit Einbau einer Automatik, einen Aufzug ins Obergeschoss und eine neue Überdachung für den Schulhof vor. Die Gesamtkosten schätzt Thomas Schramm auf 680 000 Euro.

Die Schulleiterin Kerstin Beck zeigte sich überrascht von der Vorstellung der kleinen Lösung und zählte mehrere Punkte auf, die der Architekt nicht genannt habe, etwa Lichtkuppeln im Dach und Außenjalousien. Die kleine Lösung sei in dem Gespräch verworfen worden, sagte sie.

Andrea Arens (Grüne) sagte, ihre Fraktion lehne die Planung komplett ab; gebraucht würden zusätzlich Räume für die Konrektorin, die es aufgrund der steigenden Schülerzahlen bald geben werde, und für Elterngespräche. Die Grünen-Fraktionschefin und frühere Schulleiterin Elke Kuik-Janssen fragte, wer der Verwaltung den Auftrag gegeben habe, so etwas zu planen, und erinnerte an den für später in Richtung Pausenhof geplanten Küchentrakt, der schon bei der vorigen Sparrunde verschoben worden war. Die neue Planung mache seinen Bau völlig unmöglich.

Torben Hafeneger (SPD), äußerte die Befürchtung, dass der Schulhof durch die neue Variante zu klein werde. Olaf Helwig (WPS) regte an, die beiden neuen Klassenräume so zu bauen, dass sie bei weiter steigenden Schülerzahlen aufgestockt werden könnten. Günter Busch (CDU) sprach sich für einen robusten Bau aus, der mit einem Lüftungssystem ausgestattet werde und stimmte seine Zuhörer auf Gesamtkosten von 800- bis 900 000 Euro ein.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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