Rodenkirchen - Jedes Jahr ein bisschen besser. Das ist ein Spruch, der auch bei Abschlussfeiern von Schulen gelegentlich geklopft wird. An der Oberschule Rodenkirchen wird er gelebt, wie sich am Dienstagnachmittag zeigte. Ein Minister sprach zu den 57 Abgängern und ihren Eltern, und selbst die Bundeskanzlerin entbot ihren Gruß. Alles auf Initiative der Schulleiterin Anja Bode.
Offensichtlich beseelt von dem Bemühen, dass diesem Entlassjahrgang nicht nur Corona in Erinnerung bleibt, war Anja Bode kein Zeitaufwand und keine Mühe zu groß gewesen, um ihren Schülerinnen und Schülern einen unvergesslichen letzten Tag zu bereiten - einen unvergesslich positiven letzten Tag.
Treffpunkt der Veranstaltung war wie im vergangenen Jahr der kleine Marktplatz vor dem Rathaus, wo sich eventuell vorhandene Coronaviren schnell in Luft auflösen. Nur die Anwesenheit von Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU, Berne) gab einen ersten Hinweis darauf, dass die Rektorin alle Register gezogen hatte, um so viel Prominenz wie möglich für diesen Tag zu gewinnen. Auch das Wetter war auf der Seite des Abschlussjahrgangs: „Flüssiger Sonnenschein“ kam nur in den Worten von Anja Bode vor.
„Ihr könnt auf eure Leistung stolz sein“, machte Bürgermeister Klaus Rübesamen (SPD) den Schülern als erster externer Redner ein Kompliment. Als nächster Redner erinnerte der stellvertretende Landrat Dieter Kohlmann (CDU) daran, dass der Landkreis als Schulträger für Gebäude und Einrichtungen sorgt. Diese seien aber wegen der Pandemie zeitweise nicht so gefragt gewesen. Der Landtagsabgeordnete Dragos Pancescu (Grüne) sagte, dies sei ein Tag des Abschieds von Gewohnheiten, aber nicht des Abschieds vom Lernen. Und seine Kollegin Karin Logemann (SPD) würdigte die Schüler in ihrem Grußwort: „Ihr habt geschafft, eine Krise zu bewältigen, die so in 100 Jahren nicht vorkommt.“
Wissenschaftsminister Björn Thümler stimmte die Schüler auf die Zukunft ein: „Das Leben fängt gerade erst an, das Lernen geht weiter.“ Ein großes Lob zollte er der Oberschule: „Sie hat nicht nur einen guten Ruf in der ganzen Wesermarsch, sondern sie brennt für ihre Schüler.“
Gehör verschaffte sich auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) - über eine MP3-Datei: „Für viele von euch war die Corona-Pandemie eine ganz harte Zeit, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten.“ Höhepunkt der Promi-Parade war ein vorgelesenes Grußwort: von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Wer das gemeistert hat, kann zu Recht stolz auf sich sein“, lobte sie mit Blick auf die Pandemie. Die Kanzlerin ermunterte die Schülerinnen und Schüler ausdrücklich, sich „an der Gestaltung unserer Demokratie zu beteiligen.“
Als beste Absolventen des Jahrgangs mit jeweils der Durchschnittsnote 1,7 zeichnete die Hofmann-Förderstiftung Nathalie Ralle und Dustin Hayssen aus der Klasse 10b aus. Zusätzlich zu dem Geldpreis überreichte Dieter Kohlmann den beiden jeweils eine Urkunde und eine Powerbank. Den Preis für die größte Leistungssteigerung in zwei Jahren bekam Elisa Agbeyokumo aus der Praxisklasse 9P.
11 der 13 Schüler dieser Praxisklasse verlassen die Schule mit einem Abschluss, bilanzierte der Berufsstartbegleiter Jörg Naß. 9 Schüler beginnen eine Ausbildung, 1 Schülerin wechselt in eine überbetriebliche Einrichtung. Auch bei den übrigen Abgängern beginnen überraschend viele eine Ausbildung, sagte Anja Bode.
