Rodenkirchen - Satte 85 Prozent der Schausteller beim Rodenkircher Markt haben sich dafür ausgesprochen, dass es in der Nacht zu Sonntag bei der Schließung aller Geschäfte um 1 Uhr bleibt. Nur 15 Prozent sind für eine Verlängerung; für einen früheren Schluss hat niemand votiert. Das zeigt die Abstimmung, an der sich am Montag alle Schausteller beteiligt hatten.
50 zu 50
Wie berichtet, hatte die Schaustellerversammlung am Freitagabend in der Markthalle eine solche Abstimmung beschlossen. In einem zweiten Punkt waren die Geschäftsleute gefragt worden, ob es bei den Markttagen Sonnabend bis Dienstag bleiben soll oder ob es besser wäre, sie auf Freitag bis Montag vorzuverlegen. Hier zeigen sich die Schausteller uneinig: Jeweils 50 Prozent von ihnen stimmten für eine Verlegung oder dagegen. Das sagt Dietrich Meier, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Roonkarker Mart.
In einer ersten Bilanz zog „Wurst-Didi“ auf Anfrage unserer Redaktion ein gutes Fazit des 887. Rodenkircher Marktes: „Die allgemeine Stimmung bei den Schaustellern ist positiv. Der Sonnabend war trotz des Regens nach Umzug und Eröffnung sehr gut, der Sonntag bei strahlendem Wetter ebenso.“
Einen Knick bei den Besucherzahlen gab es am nahezu komplett verregneten Montag, aber am Abend waren wieder viele Vereine unterwegs – wie immer an diesem Tag. „Für uns Schausteller ist Regen der größte Tod“, sagt „Wurst-Didi“, „bei Nässe gehen die Leute nicht gerne aus.“ Vor allem die drei bislang letzten Marktjahre 2017 bis 2019 seien mit ihrem sehr warmen Wetter untypisch gewesen: „2019 hatten wir Ende September noch T-Shirt-Wetter“.
„Ein Zeichen gesetzt“
Besonders beeindruckt hat ihn der Umzug, bei dem er zum ersten Mal selbst mitmarschiert ist. Der ganze Weg war von Menschen gesäumt: „Die Besucher haben ein Zeichen gesetzt: Das ist unser Markt.“
Jetzt hofft Dietrich Meier auf einen Nachrückerplatz für den Oldenburger Kramermarkt. Beim Bremer Freimarkt ist er sicher vertreten – zum ersten Mal. Allerdings kommt er nicht mit seinem Wurstwagen, sondern mit Spanferkel und Burgunderschinken.
Auch die Bilanz von Marktmeisterin Christiane Hagen fällt „super“ aus: „Die Leute hatten richtig Lust zu feiern. Da hat auch der Regen nicht gestört. Und alle Schausteller wollen wiederkommen.“ Auch die Preise seien im Vergleich zu den Vorjahren kaum erhöht worden, sagt die Marktmeisterin. Das bestätigt Dietrich Meier: Für die Schausteller seien einige Kosten etwa für Strom, Gas und Diesel gestiegen, und das hätten sie zum Teil an die Kunden weitergeben müssen.
Insgesamt sei die Steigerung aber moderat geblieben; seine Bratwürste zum Beispiel seien nicht teurer geworden.
Christiane Hagens größter Wunsch für die nächsten Jahre ist mehr Stabilität: „Die Zahl der kurzfristigen Absagen war wirklich extrem.“ Allerdings war dies kein reines Rodenkircher Problem, sondern davon seien alle großen Märkte wegen des Personalmangels betroffen.
Kein Problem war nach ihren Worten dagegen der Zapfenstreich in der Nacht zu Sonntag gegen 1 Uhr. Die Besucher hätten den Marktplatz friedlich geräumt.
