Nordenham - „Von wem ein guter Vorschlag kommt, ist mir egal“, sagt Rolf Ahlers. „Mir geht es um die Interessen der Stadt, nicht um Parteizugehörigkeiten.“ Der 66-Jährige ist eines von 15 neuen Mitgliedern im Nordenhamer Stadtrat. Für die FDP ist er als Parteiloser bei den Stadtratswahlen angetreten. Inzwischen ist er auch Mitglied bei den Freidemokraten geworden, „weil ich mich mit den kommunalpolitischen Ansätzen der FDP am ehesten identifizieren kann.“ Aber von Fraktionszwang halte er nichts, sagt Rolf Ahlers, der seine bisherigen Erfahrungen in der Kommunalpolitik sehr positiv bewertet: „Die Arbeit macht mir großen Spaß.“
Rolf Ahlers hat sich vor allem als Unternehmer in Nordenham einen Namen gemacht. Er ist ein Nordenhamer Urgestein, in der Stadt aufgewachsen und zur Schule gegangen. Er hat eine Ausbildung zum Reisebürokaufmann absolviert und mit gerade mal 23 Jahren gemeinsam mit Uwe Weller an der Bahnhofstraße ein Reisebüro gegründet. 1984 ist er mit dem Unternehmen an den Marktplatz gezogen. Vor zwei Jahren hat er das Unternehmen verkauft, in dem er nun als Berater tätig ist. Voraussichtlich im nächsten Jahr wird Rolf Ahlers aus dem Berufsleben ausscheiden.
Ehrenamtlich aktiv
Der Ausstieg aus der Selbstständigkeit verschafft dem 66-Jährigen schon jetzt den zeitlichen Spielraum, um sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Das Bedürfnis, sich für die Heimatstadt einzusetzen, ist aber keineswegs neu. In den 90er-Jahren war Rolf Ahlers Vorsitzender des Verkehrsvereins und später Nachfolger von Jürgen Bley als Vorsitzender des Werbekreises.
In drei Ausschüssen ist Rolf Ahlers als stimmberechtigtes Mitglied vertreten: im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus, im Ausschuss für Jugend und Sport und im Ausschuss für Feuerwehr und Gefahrenabwehr. Im Verwaltungsausschuss hat er nur ein Grundmandat, das nicht zur Abstimmung berechtigt. Die Stärkung des Einzelhandels, der durch Corona sehr gelitten hat, liegt Rolf Ahlers besonders am Herzen. Er hat auch die Industrie und den Nordenhamer Mittelstand im Blick. „Wir müssen sehen, wie wir als Kommunalpolitiker Hilfestellung leisten können, damit sich die Betriebe gut entwickeln können.“
Auch der Tourismus ist Rolf Ahlers ein Anliegen. Eine große Rolle spiele dabei Nordenhams Lage direkt am Wasser und der Strand, der noch attraktiver gestaltet werden könne. Am liebsten würde er die Verursacher der Verschlickung in die Pflicht nehmen, dort regelmäßig einen Bagger einzusetzen. Eine weitere Weservertiefung lehnt Rolf Ahlers auf jeden Fall ab.
Lebenswerte Stadt
Er wolle seine Lebens- und seine Berufserfahrung einbringen und dazu beitragen, Nordenham weiter nach vorne zu bringen. Rolf Ahlers bezeichnet sich selbst als Lokalpatriot. Nordenham ist für ihn eine lebenswerte Stadt. „Ich bin viel auf der Welt unterwegs gewesen, aber ich bin immer wieder gerne zurückgekehrt“, sagt er.
Neben seiner Heimatstadt hat der 66-Jährige ein weitere große Leidenschaft: Werder Bremen. Rolf Ahlers ist seit 18 Jahren Besitzer einer Dauerkarte. Auch wenn ihm die Grün-Weißen in den vergangenen Jahren nicht nur Freude beschert haben, will er seinen Stammplatz auf der Südgeraden des Weserstadions auf keinen Fall aufgeben. Inzwischen läuft’s ja auch wieder ganz gut für seinen Lieblingsverein.
