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NWZonline.de Region Wesermarsch

Veruntreuung: Rückendeckung für Kinderschutzbund

22.03.2017

Nordenham Warum hat der Vorstand lange Zeit nichts gemerkt? Weshalb befand sich so viel Geld auf den Vereinskonten? Wieso haben die Kontrollmechanismen versagt? Solche kritischen Fragen bekommen die Nordenhamer Kinderschutzbund-Vorsitzende Dr. Erika Mayer und ihre Mitstreiter immer wieder zu hören, seitdem der Betrugsfall in dem Ortsverband bekannt geworden ist. Natürlich ist die Unterschlagung der fast 100 000 Euro durch eine ehemalige Schatzmeisterin auch bei den 140 Vereinsmitgliedern ein großes Thema. In einer Versammlung am Montagabend haben der Vorstand und die Geschäftsführerin Christine Sassen-Schreiber den Vorfall geschildert, Fragen beantwortet und aufgezeigt, wie der Kinderschutzbund in Zukunft seine Konten besser gegen unerwünschte Zugriffe absichern will.

Wie haben die Mitglieder reagiert?

In der außerordentlichen Versammlung, zu der rund 50 Mitglieder in den Fatale-Güterschuppen gekommen waren, erhielt der Vorstand viel Zuspruch. Trotz aller Erschütterung und Traurigkeit verlief die Zusammenkunft sachlich und strukturiert. Die Vereinsmitglieder sprachen der Geschäftsführung und dem Vorstand ihr Vertrauen aus und lobten das Krisenmanagement. „Das hat sehr gut getan“, sagte der 2. Vorsitzende Dr. Heiko Hansen.

Wie bewertet der Landesverband den Vorfall?

Bei der Versammlung war auch der Vorsitzende des Kinderschutzbund-Landesverbandes Niedersachsen, Johannes Schmidt aus Hemmoor, anwesend. Er nahm den ehrenamtlichen Ortsvorstand vor Vorwürfen in Schutz. Angesichts der kriminellen Energie, mit der die Täterin vorgegangen sei, habe sich der Betrug kaum verhindern lassen können. Johannes Schmidt betonte, dass in dieser schwierigen Phase das Vertrauen der Bevölkerung in den Kinderschutzbund äußerst wichtig sei.

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Wie hoch ist der Schaden ?

Nach Angaben des 2. Vorsitzenden Heiko Hansen, der nach dem mittlerweile erfolgten Rücktritt der Kassenwartin kommissarisch die Schatzmeisteraufgaben übernommen hat, sind von den beiden Rücklagenkonten insgesamt 98 686 Euro verschwunden. Als die Unterschlagung aufflog, hätten sich noch rund 4600 Euro in den Rücklagen befunden. Das Girokonto mit den laufenden Einnahmen und Ausgaben sei nicht von den seit 2012 laufenden Betrügereien betroffen gewesen.

Warum befand sich so viel Geld in der Rücklage ?

Landesverbandsvorsitzender Johannes Schmidt bezeichnete es als zwingend erforderlich, dass der Nordenhamer Kinderschutzbund für Notsituationen eine Rücklage von etwa 100 000 Euro vorhält. Diese finanzielle Absicherung sei notwendig, um im Fall der Fälle über einen Zeitraum von drei Monaten die Mitarbeitergehälter und die Mieten weiterzahlen zu können. Beim Kinderschutzbund Nordenham, der Räume an der Straße zum Slip in Einswarden und an der Herbertstraße in der Innenstadt nutzt, sind zurzeit 28 Beschäftigte tätig.

Hätte der Betrug früher erkannt werden können ?

Nach den Angaben der Steuerberaterin, die im Auftrag des Kinderschutzbundes die Jahresabschlüsse begleitet, ist die frühere Schatzmeistern mit fingierten Belegen vorgegangen. Demnach hat sie Auszüge der Rücklagenkonten gefälscht und dabei sogar die Zinsen mitberechnet. Die von den Mitgliedern gewählten Kassenprüferinnen schöpften daher keinen Verdacht. Erst als die Steuerberaterin eine unleserliche Kopie in die Finger bekam und sich direkt bei der Bank erkundigte, kam die Sache ans Licht.

Ist die weitere Arbeit des Vereins gefährdet?

Der Kinderschutzbund Nordenham will seine Angebote in der bisherigen Form aufrechterhalten. Vorstand und Geschäftsführung hoffen, dass der Verein das unterschlagene Geld zurückerhält. Nach dem Bekanntwerden des Betrugs hat der Ortsverband spontan Spenden aus der Bevölkerung bekommen. „Wir erfahren viel Solidarität“, sagte Christine Sassen-Schreiber, „das freut uns.“

Wie können die Kontenbesser geschützt werden?

Der Vorstand hat beschlossen, dass künftig auch für die Rücklagenkonten das „Vieraugenprinzip“ gilt. Abbuchungen sind dann nur noch möglich, wenn zwei Vorstandsmitglieder – darunter der 1. oder der 2. Vorsitzende – beteiligt sind. Bisher hatte die Schatzmeisterin eine alleinige Verfügungsgewalt. Darüber hinaus wird für die Rücklagenkonten ein Online-Zugang eingerichtet, damit jederzeit über den Rechner in der Geschäftsstelle ein Einblick möglich ist. Zudem sollen alle drei Monate die Konten durch Vorstand, Geschäftsführung und Steuerberatung überprüft werden.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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