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Forschungsprojekt am Campus Elsfleth Schiffsemissionen sollen um 20 Prozent sinken

Weniger Emissionen durch automatisierte Schiffsführung: Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung stellten das aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung geförderte Projekt vor.

Weniger Emissionen durch automatisierte Schiffsführung: Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung stellten das aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung geförderte Projekt vor.

Martimes Cluster Norddeutschland

Elsfleth - An der Jade Hochschule startet am Campus Elsfleth das neue Forschungsprojekt Eco-Crossing Lab. Das mit rund 575.000 Euro über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Projekt setzt sich in den kommenden Jahren mit der Fragestellung auseinander, wie der Energieverbrauch von Schiffen reduziert werden kann.

Strömung und Wind

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Projektleiter Prof. Dr. Christian Denker wollen ein automatisiertes Schiffsführungssystem entwickeln, das eine ökologischere Schifffahrt durch Anpassung der Fahrt an die Strömung und den Wind umsetzt. Im Projektvorhaben entsteht ein System für ein Modellschiff, das künftig für die insgesamt rund 160 deutschen Fährschiffe eingesetzt werden kann und eine Grundlage dafür bietet, auch auf Hafenanläufe von Handelsschiffen übertragen zu werden.

„Durch das System kann voraussichtlich eine Reduktion der Emissionen um mehr als 20 Prozent gelingen, wodurch insbesondere Hafenstädte, Küsten- und Flussregionen profitieren, da hier die Auswirkungen von Schiffsemissionen für viele Menschen am deutlichsten zu spüren sind“, erklärt Denker.

Digitales Labor

Im Projekt entsteht im Manöverbecken der Jade Hochschule am Campus Elsfleth ein digitales Labor für Routen-Algorithmen zur Verbrauchsreduktion. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler könnten im Labor die Umweltbedingungen kontrollieren und somit gezielter untersuchen, als es im realen Schiffsbetrieb möglich ist. Insbesondere dynamische Änderungen, wie der Anstieg der Strömungsgeschwindigkeiten, lassen sich wiederholen und werden untersuchbar. In einem zusätzlichen physischen Labor wird die Fragestellung untersucht, wie die Expertise der Schiffsführer in die automatisierte ökologische Schiffsführung eingehen und wie der Schiffsführer während der Fahrt einbezogen werden kann.

Als die Abgeordnete des Niedersächsischen Landtags Karin Logemann letzten Sommer gemeinsam mit Wissenschaftsminister Falko Mohrs auf dem Maritimen Campus Elsfleth zu Besuch war, stellte Prof. Dr. Christian Denker das Vorhaben Eco-Crossing Lab vor. Seitdem unterstützt und begleitet Logemann das nun bewilligte Vorhaben.


Drei Kooperationspartner sind an dem Projekt beteiligt, es sind die Fähren Bremen-Stedingen GmbH, Böning Automationstechnologie GmbH & Co. KG aus Ganderkesee und das Maritime Cluster Norddeutschland e. V.. Vertreter der drei Organisationen lobten den großen Praxisbezug des Projekts.

Schiffsführer entlasten

„Wenn man Fließgewässer regelmäßig schwimmend oder mit dem Ruderboot durchquert, merkt man mit der Zeit, wie man mit möglichst geringem Energieaufwand das andere Ufer erreichen kann. Man stellt auch fest, dass man seine Überquerungs-Strategie permanent den sich ändernden Umwelteinflüssen anpassen muss. Wenn die genauen Umweltdaten nicht bekannt sind und die Muskelkraft durch Maschinenkraft ersetzt wird, ist es schwierig, ein Gefühl für die energieeffizienteste Route zu entwickeln. Ein solches Bahnführungssystem verarbeitet diverse Umweltdaten in Echtzeit und errechnet die optimale Route. Das schont Ressourcen, entlastet den Schiffsführer und erhöht somit die Schiffssicherheit“, äußert sich Ralf Kölpin, Geschäftsführer der Fähren Bremen-Stedingen GmbH zuversichtlich.

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