Schwei - Die Fertigstellung des Apartmenthauses für betreutes Wohnen in Schwei verzögert sich. Grund ist die Corona-Pandemie. Eigentlich sollten die acht Wohnungen an der Lindenstraße 10 schon in diesem Sommer bezogen werden, doch jetzt ist unklar, wann die ersten Mieter ihre Schlüssel in Empfang nehmen können.
Verspätetes Richtfest
Wenigstens das Richtfest hat inzwischen stattgefunden – am Freitag vergangener Woche wurde es gefeiert. Eigentlich war es für den 21. März vorgesehen, doch die Lieferung der Balken für das Dachgerüst verzögerte sich erheblich. Das wiederum zog andere Verzögerungen nach sich. Zudem konnten Bauhandwerker aus dem Ausland wegen der Corona-Krise nicht anreisen.
Beim Richtfest zeigte sich der Bauleiter im Gespräch mit Tanja Speckels-Huisman, Miteigentümerin der Ambulanten Kranken- und Altenpflege Dieter Lieken in Rodenkirchen, überzeugt, dass ein großer Teil der Verzögerungen aufgeholt werden und das Haus zum Herbst fertiggestellt werden könne. Tanja Speckels-Huisman will sich aber angesichts vieler Unsicherheiten nicht auf einen Termin festlegen. Bauherr ist die Bauwerk 21 Vertriebs GmbH von Stefanie Hippen-stiel aus Schwei, Planer das Architektenbüro Johann Boner in Dangast.
Die Ambulante Kranken- und Altenpflege Dieter Lieken, die ihrem Namensgeber nicht mehr gehört, wird die acht Wohnungen mieten und an Rentner weitervermieten. Für sechs Wohnungen lagen zu Beginn der Pandemie schon Reservierungen vor; ein Interessent ist abgesprungen, ein anderer verstorben.
Die vier verbliebenen Interessenten kommen aus Schwei und umzu, sagt Tanja Speckels-Huisman. Hinter ihrer Wohnungstür sind sie allein verantwortlich, davor kümmern sich Mitarbeiter der Ambulanten Krankenpflege. So werden Treppen und Flure gewischt und Mülltonnen herausgestellt.
Alle Wohnungen – sie sind zwischen 63 und 78 Quadratmeter groß – werden behindertengerecht gebaut.
Zum Grundservicepaket gehören auch ein Hausnotrufsystem, Hilfe bei behördlichen Angelegenheiten, Gemeinschaftsräume sowie gemeinsame Veranstaltungen und Gemeinschaftsbetreuung.
Vorbild Rodenkirchen
Zuständig dafür wird die Lieken-Mitarbeiterin Anne Oltmanns sein. Sie bietet diese Dienstleistung schon erfolgreich im Betreuten Wohnen an der Langen Straße in Rodenkirchen und neuerdings in Golzwarden an, und dieses Konzept soll „eins zu eins“ auf Schwei übertragen werden, wie Tanja Speckels-Huisman sagt. Täglich wird Anne Oltmanns vorbeikommen, an jeder Tür klingeln und fragen, ob alles in Ordnung ist, einmal in der Woche bietet sie eine gemeinsame Unternehmung nach den Wünschen der Bewohner an – von einem Gesellschaftsspiel über Grünkohlkochen bis zu einem Frühstück. Es kann aber auch einfach nur geklönt werden.
„Anne Oltmanns hat ein Händchen für die Leute“, sagt Tanja Speckels-Huisman, „sie ist Gold wert.“ Das werde in dem neuen Haus noch deutlicher, weil sie in Schwei wohnt und dort viele Leute kennt.
Dazu gebucht werden können Essen auf Rädern und Pflegeleistungen, für die, ein entsprechender Pflegegrad vorausgesetzt, die Kasse aufkommt. Wenn das Leben in den eigenen vier Wänden zu beschwerlich werde, könnten die Bewohner in die vollstationäre Pflege umziehen, sagt Tanja Speckels-Huisman: „Das passiert aber viel später als ohne betreutes Wohnen.“
Die Unternehmerin, die die Ambulante Kranken- und Altenpflege Dieter Lieken zusammen mit Björn Tahden betreibt, ist von dem Konzept überzeugt: Im Alter in der gewohnten Umgebung Hilfe zu finden, das habe Zukunft.
