Schwei - Beide vereint nicht nur die Leidenschaft für das Fußballspielen, sondern auch die Herkunft und der Nachname. Dass es zwischen Kevin und André Schade, die weder verwandt oder verschwägert sind, zu einem Trikot-Tausch im Freiburger Dreisam-Stadion kam, ist dennoch außergewöhnlich.
Einladung nach Freiburg
Der Freiburger Bundesliga- und Jugendnationalspieler Kevin Schade und sein Namensvetter André Schade, Kreisklassenkicker bei der SG Schwei/Seefeld/Rönnelmoor, kannten einander nicht und sind auch noch nie gegeneinander angetreten. Dass seine Idee mit einer Einladung nach Freiburg belohnt wurde, damit hatte André Schade gar nicht gerechnet. Als er zum ersten Mal von Kevin Schade und von dessen Aufstieg aus der Freiburger Amateurmannschaft ins Profiteam hörte, kam beim 35-jährigen Zeitsoldaten der Wunsch auf, seinen Namensvetter kennenzulernen.
Daraus entstand die Idee für ein Projekt unter dem Motto „Amateur trifft Profi: In der Liga getrennt, in der Leidenschaft vereint“. Der aus Potsdam stammende André Schade lebte viele Jahre in Osterholz-Scharmbeck und kickte dort für den SV Garlstedt. Vor wenigen Jahren zog es ihn der Liebe wegen in die Wesermarsch. Er wohnt in Schwei und hat bei der SGSSR eine neue sportliche Heimat gefunden .
Aufgrund einer langwierigen Adduktoren-Verletzung muss der Abwehrspieler der in der 2. Kreisklasse spielenden 1. Mannschaft der SG aber seit Oktober 2020 pausieren.
Mit seinem Projekt wandte sich André Schade an den Pressesprecher des Bundesligisten FC Freiburg, Sascha Glunk. Prompt erhielt er eine Einladung nach Freiburg. Die Reise über 1000 Kilometer mit dem Auto ins Breisgau trat der Neu-Schweier mit seinem Kumpel Michael Ostendorf an, der ebenfalls bei der SG spielt und dort auch Trainer der 2. Mannschaft ist. In Freiburg wurden sie von Sascha Glunk empfangen.
Beide aus Potsdam
Die Idee von Treffen gleichnamiger Spieler aus dem Profi- und aus dem Amateurbereich fand dieser „recht cool“. Beim Plausch stellten die beiden Schades fest, dass sich nicht nur den gleichen Nachnamen haben, sondern auch beide aus Potsdam stammen. Am Brauhausberg, wo Kevin Schade aufwuchs, hat André Schade schwimmen gelernt.
Auf dem Rasen des ehrwürdigen Freiburger Dreisam-Stadions übergab André seinem Namensvetter das hellblaue SG-Trikot mit der Rückennummer 13 und erhielt in Gegenzug Kevins rotes SC-Trikot mit der Rückennummer 20. Der Fan-Wert des letzteren dürfte in den nächsten Jahren wohl steigen, denn Kevin Schade, dessen Transferwert derzeit bei knapp 2 Millionen Euro liegt, gilt als sehr großes Nachwuchstalent im deutschen Fußball.
Der 20-Jährige war über den SV Babelsberg und FC Energie Cottbus 2018 zum FC Freiburg gekommen. Mit Beginn dieser Spielzeit gehört er dem Profikader an. Beim sensationellen 6:0-Erfolg der Freiburger am vergangenen Sonntag bei Borussia Mönchengladbach gelang Kevin Schade im elften Bundesligaspiel sein erstes Tor. Bei seinen 15 Einsätzen für die deutschen Jugendnationalmannschaften der U18, U19, U20 und U21 war der Stürmer bereits siebenmal erfolgreich.
Nachahmung erhofft
Zum Besuch in Freiburg gehörten für André Schade und Michael Ostendorf auch Besichtigungen des Dreisam-Stadions und des Europa-Park-Stadions, der neuen Spielstätte des SC Freiburg. Dabei kam es zu kurzen Begegnungen und Gesprächen mit dem legendären FC-Trainer Christian Streich und dem erst vor wenigen Monaten von Werder Bremen nach Freiburg gewechselten Spieler Maxi Eggestein.
André Schade hofft, dass sein Projekt Nachahmer findet und es somit noch zu vielen Trikot-Tausch-Aktionen zwischen Profis und Amateuren kommt.
