Schweiburg - Rund 10 Minuten dauert der Melkvorgang je Kuh. Etwa zweieinhalb Stunden am Morgen und noch einmal zweieinhalb Stunden am Nachmittag läuft die Melkmaschine auf dem Hof von Deetzen jeden Tag, das ganze Jahr über. Und das bedeutet: Die Maschine verschleißt und muss regelmäßig gewartet werden. „Zwei- bis dreimal im Jahr tauschen wir alle Zitzengummis, Membranen und Schlauchteile aus“, erklärt Landwirt Nils von Deetzen.
Hart und porös
Jetzt war es wieder so weit: Azubi Hendrik Pauer wechselt die Teile und legt Alt und Neu nebeneinander, um den Unterschied zu zeigen. „Gummi wird mit der Zeit hart und porös. Die Teile melken dann nicht mehr vernünftig“, so Nils von Deetzen. Immer nach dem Melken muss die Anlage gründlich gereinigt werden, damit Verunreinigungen keine Chance haben. Der Landwirt erklärt: „Einmal am Tag machen wir das mit einem sauren Reiniger, der löst die Kalkteile, und einmal mit einem alkalischen Reiniger, der die tierischen Fette löst.“
Dippmittel
16 Kühe können mit der Anlage immer gleichzeitig gemolken werden. 18 Jahre ist der Melkstand alt und gut in Schuss, wie von Deetzen sagt. Bevor es los geht, werde immer zuerst das Euter gereinigt und dann kurz vorgemolken. „Das macht man mit der Hand. Das ist die Kontrolle, ob die Eutergesundheit stimmt, wir würden es merken, wenn etwas nicht in Ordnung ist“, beschreibt der 29-Jährige den Vorgang. Nach dem Vormelken mit der Hand verrichtet die Maschine ihr Werk und stellt sich automatisch ab, wenn nicht mehr genug Milch fließt. „Dann tunken wir die Zitze in ein Dippmittel ein, das verschließt die Öffnung im Zitzenkanal wieder und desinfiziert“, so von Deetzen.
Während der Austausch der Verschleißteile an der Melkmaschine von den Landwirten selbst übernommen wird, rückt einmal jährlich ein Fachmann für eine große Wartung an.
Wie beim Auto
„Das ist wie beim Auto. Der misst dann wirklich alles durch“, sagt Nils von Deetzen, der gemeinsam mit seiner Familie und Azubi Hendrik Pauer im Winter reichlich mit Reparaturen und Wartung zu tun hat: „Das muss jetzt gemacht werden. Denn bald müssen alle Maschinen wieder laufen, dann ist dafür keine Zeit.“
Ein Jahr lang begleitet unsere Redaktion das Leben und Arbeiten auf dem Hof von Deetzen in einer Serie. Alle Teile dazu gibt es unter
