Schweiburg/Wesermarsch - Weiße Plastiktüten rascheln im Wind, wiegen sich im Takt mit dem hohen Gras hin und her und stören dennoch das Gesamtbild. Plastiktüten gehören auf kein Feld, haben da nichts zu suchen. Oder doch?
Carina von Deetzen ist Landwirtin. Sie selbst hat die Beutel über Metallpfosten gestülpt und ins Feld gerammt. Die Beutel sollen rascheln, sie sollen sich bewegen, sie sollen Wild vertreiben. Rehe und Kitze aufscheuchen, die womöglich im hohen Gras liegen könnten, wenn die Mähmaschine anrollt. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Nils von Deetzen, Carinas Mann und Kollege. Beide bewirtschaften den Hof gemeinsam mit den Eltern Regina und Udo von Deetzen. Die Plastiktüten folgen dem Prinzip Vogelscheuche, sie sollen das Feld für die Tiere unattraktiv machen. „Im ganz hohen Gras würden wir Gelege von Vögeln und liegende Tiere nicht sehen. Und toi, toi, toi: Seit wir das mit den Tüten machen, haben wir fast gar keine Zwischenfälle mehr“, sagt der Schweiburger.
Er erklärt, dass der Wildtierschutz vor jeder Grasmahd zu den Vorbereitungen dazu gehöre. Die Flächen würden zudem abgegangen, um Wildtiere aufzustöbern. „Wir sehen dann zum Beispiel. ob es Stellen mit niedergedrücktem Gras gibt. Dann könnte sich Wild auf der Fläche aufhalten.“
Steht dann die Grasmahd an, muss es schnell gehen. An einem Tag wird gemäht, am nächsten Tag das Feld abgeräumt. Damit alles reibungslos klappt, wollen Fuhrpark und Maschinen gründlich gewartet und in Schuss gebracht werden. „Deshalb wechseln wir zum Beispiel jetzt die Klingen am Mähwerk und schmieren alle beweglichen Teile am Ladewagen ordentlich ab“, so Nils von Deetzen.
Dann kann es losgehen: Gemäht wird ab vormittags, am besten bei viel Sonnenschein. Im Laufe des Tages steigt der Zuckergehalt im Gras. „Und das ist gut“, so der Landwirt aus Schweiburg, den die NWZ in einer Serie für eine ganze Saison begleitet.
