Seefeld - Eine um eine Stunde bis 15 Uhr verlängerte Betreuungszeit bietet seit dieser Woche die Kindertagesstätte Traumland in Seefeld an. Damit kommt die Gemeinde Stadland zumindest ein Stück dem Wunsch mehrerer Eltern nach einer Ganztagsbetreuung bis 16 Uhr entgegen.
Die sei aus personellen Gründen derzeit in Seefeld aber nicht möglich, machten Bürgermeister Klaus Rübesamen und die für die Kindertagesstätten zuständige neue stellvertretende Verwaltungschefin Verena Huppert im Jugend- und Sozialausschusses in der Rodenkircher Mehrzweckhalle deutlich.
Zurzeit 40 Kinder
In der Seefelder Kindertagesstätte werden derzeit rund 40 Kinder in einer Krippengruppe (unter drei Jahre alt) sowie in einer Regel- und in einer Kleingruppe (drei bis sechs Jahre) betreut. Dabei können die Eltern unterschiedliche Betreuungszeiten von 7 Uhr bis maximal 14 Uhr buchen. Auch der in der benachbarten Grundschule untergebrachte Seefelder Hort – acht Kinder von 6 bis 14 Jahren – liegt in der Zuständigkeit der Erzieherinnen aus dem Kindergarten.
In den Kindertagesstätten in Rodenkirchen und Kleinensiel werden Betreuungszeiten bis 16 Uhr, in Schwei sogar bis 17 Uhr angeboten.
Nachdem in der Gemeinderatssitzung Anfang Oktober einige Eltern nach einer Verlängerung der Öffnungszeiten der Kindertagesstätte Traumland nachgefragt hatten, fand in der vergangenen Woche ein Elternabend in Seefeld statt. Daran nahmen 14 Mütter und Väter teil, berichtete Bürgermeister Klaus Rübesamen. Ihr Wunsch, die Betreuungszeit bis 16 Uhr auszudehnen, könne aus personellen Gründen aber nicht erfüllt werden.
„Uns fehlen Erzieherinnen“, sagte Klaus Rübesamen. Die jetzige Verlängerung der Betreuungszeit um eine Stunde sei auch nur dann möglich, wenn es beim Personal nicht zu weiteren Ausfällen komme.
Zwei Ausfälle
Der Bürgermeister wies darauf hin, dass in der jüngeren Vergangenheit fünf junge Erzieherinnen für die Seefelder Einrichtung eingestellt worden seien, von denen zwei wegen Erkrankung oder anderer Gründe aber derzeit nicht tätig seien. Abordnungen aus anderen Stadlander Kindertagesstätten seien nicht möglich, weil es dann dort zu Unterbesetzungen komme.
Stadlands Gleichstellungsbeauftragte Ilona Fritz machte auf die steigende Nachfrage nach Ganztagsplätzen aufmerksam. Sie sprach sich für effektivere Ausschreibungen mit kürzeren Fristen für die Stellen der Erzieherinnen aus.
Annette Klitscher (SPD) wies auf Personalnot in vielen sozialen Bereichen hin und kritisierte die Arbeitsmoral mancher Leute, die Arbeitsplätze blockiere.
CDU-Fraktionschef Günter Busch machte das Ungleichgewicht in der Bezahlung zwischen Tätigkeiten in Industrie und Büros auf der einen sowie im Handwerk und im Sozialbereich auf der anderen Seite für die Misere verantwortlich. Zudem seien in der Zeit der sinkenden Kinderzahlen den Erzieherinnen schlechte Berufsaussichten prophezeit worden. Auch die vierjährige Ausbildung ohne eine Vergütung stoße eher ab.
