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Schafsrisse Bei Seefeld Kein Zweifel mehr: Es war ein Wolf

Seefeld - Eine Untersuchung des Senckenberg-Instituts räumt jeden Zweifel aus: Es war ein Wolf, der im Februar nordöstlich von Seefeld drei Mutterschafe gerissen hatte. Anita Bolting-Brouwer, die zusammen mit ihrem Mann Wilco Brouwer Eigentümerin der Tiere war, wird die Weide nicht mehr für ihre Schafe nutzen und auch weitere Konsequenzen aus dem Angriff ziehen.

Keine Entschädigung

Das sagte die 34-Jährige jetzt in einem Telefonat mit der NWZ. In einem Brief hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserbau, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sie über das Ergebnis der DNA-Untersuchung durch das in Gelnhausen bei Frankfurt ansässige Institut informiert. Weitere Auskünfte über das Raubtier – Wo hat es noch zugeschlagen? Ist es ein Wolfshund-Mischling ? – bekam sie nicht. Einen Tag vor dem Angriff bei Seefeld waren bei Ovelgönne 13 Muttertiere gerissen worden.

Auch eine Entschädigung wird nicht gezahlt.

Der Angriff ereignete sich am Sonnabend, 8. Februar, gegen 9.45 Uhr an der Ecke Seefelder Straße/Abbehauser Hörneweg. Die Weide gehörte damals einem mit den Eckwarder Altendeich wohnenden Eigentümern befreundeten Landwirt. Er hat seinen Betrieb inzwischen verkauft, sagt Anita Bolting-Brouwer.

Ein Schaf musste der Tierarzt noch am selben Vormittag einschläfern, weil der Angreifer dessen Luftröhre zerfetzt, eine zweites Tier wurde am Montag von seinen Leiden erlöst. Das dritte Schaf überlebte, weil der Angreifer die Luftröhre verfehlt hatte.


Doch es ist nicht mehr dasselbe Tier, schildert Anita Bolting-Brouwer. Es hat jede Zutraulichkeit verloren und fürchtet Berührungen aller Art. „Wenn ich im Stall meine Hand nach ihm ausstrecke, würde es am liebsten die Wand hochspringen.“

Auch die übrigen 15 Schafe der Herde, die den Angriff körperlich unversehrt überstanden hatten, sind seelisch tief verletzt, berichtet die Landwirtin weiter. Sie zeigen ähnliche Verhaltensweisen wie das genesene Muttertier. Doch dabei ist es nicht geblieben. Einige haben ihre Lämmer ein paar Tage zu früh bekommen – mit der Folge, dass die Neugeborenen nicht überlebt haben.

Als Glück im Unglück wertet es Anita Brouwer, dass der Wolf nicht die mit 49 Tieren viel größere Herde auf der Nachbarweide angegriffen hat.

Inzwischen sind alle Schafe aus Seefeld wieder in Eckwarder Altendeich. Einige Muttertiere haben die Brouwers verkauft, wodurch die Herde von 140 auf 130 Tiere geschrumpft ist. Die Herde soll weiter auf 50 bis 70 Tiere verringert werden.

Nennenswerter Gewinn ist mit der Schafzucht sowieso nicht zu machen, sagt Anita Bolting-Brouwer. Ein Lamm bringt im Verkauf 80 Euro, ein Muttertier 40, und die Wolle, die einem Schaf im Jahr wächst, erbringt netto einem Euro.

Aus Liebe zum Tier

Die Brouwers betreiben die Schafzucht aus Liebe zum Tier. Vor zehn Jahren sind sie mit einem Rind und 20 Schafen angefangen, jetzt halten sie 120 Rinder und 130 Schafe. Ihren eigentlichen Lebensunterhalt verdienen sie aber in anderen Berufen.

Kein Verständnis hat Anita Bolting-Brouwer für Menschen, denen der Wolf in der Wesermarsch willkommen ist: „Diese Wolfsfreunde sollten sich mal das Geräusch anhören, das ein Schaf macht, dessen Luftröhre von einem Wolf zerbissen worden ist.“

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland
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