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„Ich flechte, also bin ich“ Haarige Experimente in der Seefelder Mühle

Die Kunstpädagogin Maike Janßen (2. von rechts) eröffnete die Ausstellung mit dem Titel „Ich flechte, also bin ich

Die Kunstpädagogin Maike Janßen (2. von rechts) eröffnete die Ausstellung mit dem Titel „Ich flechte, also bin ich" in der Seefelder Mühle.

Marie Engelmann

Seefeld - Zopf? Dutt? Langhaarmähne? Oder doch ein ordinärer Pottschnitt? Die Gäste der neuen Ausstellung in der Seefelder Mühle können sich beim Rundgang fragen, wie ihr Bild vom eigenen Selbst wohl aussehen würde. Sieben Frauen haben in einem Seminar der Seefelder Kunstpädagogin Meike Janßen für sich die Entscheidung getroffen.

Spiegel des Selbst

„Ich flechte, also bin ich“, lautet der Titel der neuen Ausstellung, und was das geflochten wird, ist das Haar als Spiegel des Selbst. Ausgangspunkt war die Ausstellung der Künstlerin Ngozi Schommers im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen mit Zeichnungen, Objekten und Mischtechniken, bei denen sie auch selbst gefertigtes Konfetti nutzte.

Das inspirierte fast alle sieben Frauen, die Ende Oktober in dem Seminar die künstlerische Arbeit aufnahmen. Mehrere von ihnen setzten die kleinen bunten Papierschnipsel ein: ein Material für fröhliche Stunden als künstlerisches Gestaltungselement.

Die sieben Frauen – Erika Hillig, Edith Koschnick, Kerstin Himmerlich, Maike Cornelius-Bruns, Carola Machlitt, Evelyn Schultz und Hildegard Uken – schufen sehr persönliche Arbeiten, die häufig biografischen Charakter haben, wie Maike Janßen in ihrer Einführungsrede sagte.

Echthaar vom Kuhschwanz

Es ging dabei nicht nur um die äußere Erscheinung, sondern auch ans Eingemachte. Im oberen Teil der Mühle hängen sehr persönliche Selbstporträts unter dem Motto „Ich – innen“. Blind zeichneten die Frauen ihr Innenleben. „Horrorkästen“ nennt Maike Janßen eine andere Werkgruppe. Der Arbeitsauftrag zu einem Fototermin lautete: „Zeig mir deine böse oder eklige Seite.“ Im nächsten Schritt wurden die Fotos mit verschiedenen Materialien überarbeitet.


Nur eine Frau arbeitete in dem Seminar mit Echthaar: Maike Cornelius-Bruns. Die Landwirtin hatte einer Kuh eine Strähne vom Schwanz abgeschnitten und dann künstlerisch weiterverarbeitet. Das Ergebnis war nicht nur für die Augen interessant: Obwohl die Biobäuerin die Strähne mit Shampoo gewaschen hatte, ging der charakteristische Geruch nicht weg.

Die Ausstellung ist bis Mitte Mai zu den Öffnungszeiten des Mühlencafés zu sehen – täglich von 10 bis 18 Uhr.

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