Seefeld - Linda Grüneisen und Anke Eymers vom Team der Seefelder Mühle machten kein Geheimnis daraus, dass ihnen das vertraute Knarzen der alten Holzflügel ein wenig fehlt. Aber auch sie freuten sich bei der offiziellen Einweihung der neu installierten Mühlenflügel aus Metall, die sich nahezu lautlos drehen, über den Abschluss der Sanierungsarbeiten. Der historische Galerieholländer ist jetzt wieder komplett.
Zur Feier des Tages hatte der Mühlenchor unter der Leitung von Regina Hartmann das Lied „Wunderbar, die Flügel sind da“ einstudiert. Fulko Thaden schlüpfte in die Rolle eines ehemaligen Müllers und erzählte, wie dieser einst die Mühle gekauft hatte und welche Schwierigkeiten es damals gab.
Großes Dankeschön
Die Vorsitzende des Kulturzentrums Seefelder Mühle, Cornelia Iber-Rebentisch, richtete ein großes Dankeschön an die freiwilligen Müller, ohne deren Unterstützung das lange geplante Projekt nicht hätte umgesetzt werden können. Einen Dank sprach sie auch der niederländischen Firma aus, die bei der Erneuerung der Flügel sehr gute Arbeit geleistet habe. „Heute sind wir endlich soweit“, betonte Cornelia Iber-Rebentisch, „viele Jahre haben wir darum gekämpft.“ Zu dem Erfolg habe nicht zuletzt das Durchhaltevermögen des Vereins Seefelder Mühle beigetragen. „Wir bleiben so lange am Ball, bis alles erreicht ist“, sagte die Vorsitzende.
Der Stadlander Bürgermeister Harald Stindt kündigte an, dass in der Seefelder Mühle, die sich seit 1989 im Eigentum der Gemeinde befindet, nach den Sommerferien wieder ein Neubürgerempfang stattfinden soll. Er verwies auf die Bedeutung der Mühle als Kultureinrichtung mit rund 10.000 Besuchern im Jahr und lobte das Engagement des dafür zuständigen Vereins. „Gerade das Ehrenamt macht dies möglich“, sagte der Bürgermeister, „dafür sind wir sehr dankbar.“ Zudem hob Harald Stindt hervor, dass dort Arbeitsplätze geschaffen werden konnten.
Der stellvertretende Landrat Dieter Kohlmann bezeichnete die Inbetriebnahme der neuen Mühlenflügel als ein besonderes Ereignis. „Was wäre eine Mühle ohne Flügel?“, fragte er und gab auch gleich die Antwort: „Nichts.“
Der ehrenamtliche Seniormüller Gerhart Krutschinna aus Oldenburg berichtete, dass es gar nicht so einfach sei, das Historische mit den heutigen Anforderungen an die Arbeitssicherheit zu vereinbaren. Das habe sich auch schon 2001 gezeigt, als die bislang letzte Erneuerung der Flügel erfolgt sei.
Freiwillige Müller
Nach Angaben des Jungmüllers Detlef Rebentisch sind derzeit sechs freiwillige Müller in Seefeld aktiv. Er machte deutlich, dass das Team Verstärkung benötige und weitere Mitstreiter willkommen seien. Ein Dankeschön richtete er an die Denkmalschutzbehörde für die Genehmigung der neuen Flügeltypen. Gegenüber ihren hölzernen Vorgängern haben die Konstruktionen aus Stahl und Aluminium den Vorteil, dass sie eine deutlich längere Haltbarkeit haben. „Es sind perfekte Flügel“, betonte Detlef Rebentisch.
Gekostet hat die Renovierung – inklusive der Erneuerung der Galerie vor zwei Jahren – insgesamt 162.000 Euro. Die Gemeinde Stadland steuerte 46.000 Euro bei. Den Rest teilten sich der Landkreis Wesermarsch, das Land Niedersachsen und die Europäische Union.
