Lienen - Man schrieb das Jahr 1980, als es dem Segelclub Weserstrand Elsfleth (SWE) gelang, eine laut damaliger Aussage „winterfeste und pflegeleichte“ Konstruktion der Steganlage für den neuen Yachthafen in Lienen zu bauen. In allen Bereichen des Projekts war der SWE-Bootswart Horst Zimmermann Macher und Motor, unter seiner Leitung wurde die Anlage in der einstigen Halle der Firma Gerecke und Lauer/Oberhammelwarden erstellt.

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Die alte Steganlage aus dem Jahr 1980

Dass an den mit Bongossi-Holz belegten Stegen inklusive der Fingerstege der Zahn der Zeit heftig genagt hatte, war bereits vor einigen Jahren sicht- und spürbar geworden. Die abgängigen Stegbeläge wiesen gefährliche Holzsplitter auf, Wind und Wetter sowie Vogeldreck machten den Gang über die Steganlage rutschig und wackelig.

2018 startete der SWE deshalb das Projekt „Erneuerung der Steganlage“ – und nach nicht voraussehbaren Verzögerungen durch die Corona-Pandemie wurde nun endlich der letzte renovierte Fingersteg zu Wasser gelassen. Die Stege, Hauptbrücke und Fingerstege, aber auch die Schwimmkörper, Wasserleitungen und Elektrosäulen waren im Zuge des Projekts erneuert worden. Alles zusammen war ein guter Grund, den Abschluss der Stegerneuerung mit einer kleinen Feier zu verbinden.

Sitzt, wackelt und hat Luft.

Sitzt, wackelt und hat Luft.

Bei den letzten Arbeiten der vergangenen Monate hatten die aktiven SWE-Mitglieder bei Eiseskälte und heftigen Winden eine wahre Marathonleistung vollbracht, um alles pünktlich zum Saisonstart herzurichten. Nach der Grillparty in einer der Bootshallen wurde der letzte von 65 Fingerstegen – über die Toppen geflaggt, geschmückt mit Blumen und der SWE-Flagge – mit dem Trecker zur Wasserung gefahren.

Für die musikalische Begleitung des Spektakels sorgte Klaus Dammann, der neue 1. Vorsitzende, mit dem Schifferklavier. Dann bugsierte der vereinseigene Kran „Lütje Enak“ den Fingersteg Nr. 65 an seinen Bestimmungsort. Die neuen Fingerstege bieten Platz für 130 Boote; erneuert wurden rund 1000 Quadratmeter Steganlagen, die Mitglieder des SWE leisteten dafür über 5000 Stunden Eigenarbeit. Die Kosten bezifferte der Segelclub auf über 80 000 Euro. Einen Zuschuss hatte der Kreissportbund Wesermarsch geleistet.