Sehestedt - Wettertechnisch ist der Verlauf der Saison in Sehestedt bisher ganz okay. Die Intensivität der Sonne sollte man allerdings nicht unterschätzen, gerade weil der leichte Wind hier angenehm kühlt. Ohne entsprechenden Schutz ist ein Sonnenbrand schnell vorprogrammiert. Bereits von der Deichdrift ist eines klar zu erkennen: Der Platz am Jadebusen ist voll bestückt mit Wohnwagen und Vorzelten. Die Besucher kommen vorwiegend aus der Region. Platzwart in seinem 5. Jahr ist Marcel Sakowitz. Der 44-Jährige hat die beiden Jahre der Pandemie noch vor Augen: „Wegen Corona und der jeweiligen Auflagen ist der Zuspruch hier tatsächlich noch größer geworden.“ Auch dieses Jahr – genau wie im Vorjahr – sind nur Dauercamper zugelassen. Wohnmobilisten dürfen hier nur tagsüber eine Rast einlegen.

Absolut ausgebucht

Zur Eröffnung am 1. Mai wurde wegen der großen Nachfrage eine Vormerkliste für die nicht unterzubringenden Interessenten angelegt. Marcel Sakowitz: „Die ist aber auch geschlossen worden. Für die nächsten fünf Jahre sind wir ausgebucht.“ Seit dem 1. Juni gibt es hier mit dem 43-jährigen Tim Schaper – die Redaktion berichtete – einen zusätzlichen Platzwart. Die beiden Vareler stehen hier in sieben Tagen in der Woche für die Gästebetreuung bereit. In den Stoßzeiten – Nordrhein-Westfalen hat ja bereits seit dem 5. Juli Sommerferien – sind auch beide gemeinsam anzutreffen. Im neuen Outfit, blaues T-Shirt, sind sie bestens zu erkennen. Mit einem Lächeln auf den Lippen meint das Duo: „Wir sind hier der laufende Kummerkasten auf dem Platz.“ Der Arbeitstag ist immer vielfältig, nie ist der Ablauf gleich. Es geht um Reparaturen, Reinigungen, Müllentsorgung und manchmal auch Tierrettungen. Marcel Sakowitz: „Den Weg zur Wildtierauffangstation in Rastede kenne ich gut.“ Dorthin stehen immer wieder Touren von geborgenen und verletzten Tieren zur Versorgung an.

30 neue Holzbänke

Der Platzwart hat für die Zwischenstation auch schon eine Graugans mit auf den Heimweg genommen. Eine Badeaufsicht gibt es hier seit drei Jahren nicht mehr. Zuvor erledigte das die DLRG-Ortsgruppe Bockhorn. Bei möglichen Unglücksfällen kann man allerdings auf die Hilfe der beiden Platzwarte bauen. Marcel Sakowitz ist ausgebildeter Rettungsschwimmer. Für diese Saison hat es sichtbare Veränderungen auf dem Platz gegeben. Insgesamt 30 Holzbänke, mit großzügigen Abständen vom Bauhof aufgestellt, laden zum Verweilen ein. Inzwischen ist auch der Park-und Ticketautomat installiert. Ein Stunde kostet einen Euro. Über den ganzen Tag von 9 Uhr bis 22 Uhr muss man drei Euro bereithalten. Man kann auch mit der EC-Karte den Betrag einlösen. Außerdem können hier auch die Übernachtungskosten der Wohnmobile beglichen werden. Marcel Sakowitz hat zudem festgestellt, dass es dieses Jahr mehr Gelege von den Austernfischern und Rotschenkeln gegeben hat. Die Nachfrage zu Infos über den Salzwiesenpfad sei auch gestiegen. Zum Verweilen lädt dieses Jahr erstmals mit seiner Gastronomie der bekannte Schausteller-Familienbetrieb Cornelius aus Burhave ein.

Hans-Carl Bokelmann
Hans-Carl Bokelmann Redaktion Brake, Redaktion Jade, Redaktion Ovelgönne