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illegale Abfall-Entsorgung in Stadland Bauhof wird zur zweiten Müllabfuhr

Stadland - Thorsten Taute arbeitet beim Bauhof der Gemeinde Stadland. Und nicht bei der Müllabfuhr. Aber immer öfter fragt er sich, wo der Unterschied liegt. Denn in den vergangenen anderthalb Jahren hat die illegale Müllenentsorgung massiv zugenommen – vor allem in Rodenkirchen und Kleinensiel, wie Thorsten Taute beobachtet hat.

„Es ist nicht meine Aufgabe, anderen den Müll hinterherzutragen“, betont er. Bürgermeister Klaus Rübesamen (SPD) will ihn und seine Kollegen nicht alleinlassen und ruft die Stadlander auf, nicht tatenlos zuzusehen, wenn andere ihren Abfall unter freiem Himmel ablagern.

Was können Zeugen tun

„Wer so etwas mitbekommt, sollte sich im Rathaus melden“, fordert Klaus Rübesamen die Bürger auf. Ansprechpartnerinnen sind:

 Kerstin Lorenz vom Ordnungsamt,   04732/8921, und Petra Kintscher im Sekretariat des Bürgermeisters,   04732/890. In schwerwiegenden Fällen sollten Zeugen nicht zögern, die Polizei anzurufen, betont Klaus Rübesamen. Die Station Rodenkirchen ist unter   04732/18 43 60 zu erreichen.

Es sind zwei Punkte, die dem Bürgermeister die Sorgenfalten auf die Stirn treiben: Erstens leidet das Ansehen Rodenkirchens und Kleinensiels, und zweitens ist die Drecksarbeit des Müllwegräumens sowohl eine körperliche als auch eine seelische Belastung für die Bauhof-Mitarbeiter.


Was war besonders ekelhaft

Mit vor Ekel verzerrtem Gesicht berichtet Thorsten Taute von einem besonders schlimmen Vorfall, der sich im vergangenen Sommer in Seefeld ereignet hatte, wo eine Bürgerin offensichtlich ihre Gefriertruhe nach und nach in den Mülleimer entleerte. Die Bauhof-Mitarbeiter mussten große Stücke verdorbenen Fleisches bergen, das bei Hitze einen widerlichen Geruch so weit verströmte, dass die Nachbarn sich gestört fühlten und sich bei der Gemeinde beschwerten.

Ansonsten sind aber Seefeld und Schwei in dieser Beziehung sehr unauffällig, betont Thorsten Taute. Ganz anders sieht es in Rodenkirchen aus, vor allem rund um die Schulen und den Bahnhof. Nicht selten seien es Fahrschüler, die auf dem Weg von der Schule zum Bahnhof ihren Süßigkeiten-Müll einfach wegwerfen. „Die Abfallbehälter werden wöchentlich geleert, bei Bedarf öfter“, betont Thorsten Taute, „daran kann es nicht liegen.“

Doch auch Erwachsene deponieren ihren Dreck rund um den Bahnhof. Bier- und Schnapsflaschen, Pappbecher, in denen einst „Coffee to go“ schwappte, und andere Pappbehälter verunzieren die Böschungen und oft auch die Wartehäuschen. Nicht selten werden sie vom Wind zusammengefegt.

Weitere Hotspots sind nach Auskunft des Bauhof-Mitarbeiters die Altglascontainer an Mengers‘ Park, wo gelegentlich Scherben auch neben den Containern liegen und dafür in den Containern anderer Müll ruht, und die ehemalige Radarstation.

Wer entsorgt am Wohnmobilplatz

„Ganz schlimm“ sei Kleinensiel, ergänzt Thorsten Taute. Damit meint er aber nicht das Dorf, sondern den Wohnmobilparkplatz. Allerdings sind es nicht die Wohnmobilisten, die den Dreck hinterlassen, sondern Einheimische. Die Touristen meldeten oft die illegale Entsorgung.

So lagerte her im vergangenen Frühsommer offensichtlich eine Großküche ab, was sie nicht mehr verwerten konnte. Im November verschüttete dann ein Unbekannter abgelaufene Lebensmittel auf der Fährstraße, bevor ein Laster drüber wegfuhr.

In den dünn besiedelten Gebieten wird nicht selten Sperrmüll entsorgt – meistens nachts. So mussten die Bauhofleute aus einem Graben bei Seefeld eine Matratze bergen. „Die war so voll Wasser gesogen, dass selbst zwei Mann sie nicht herausholen konnten“, schildert Thorsten Taute.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland
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