Stadland - Die 564 Teilnehmer am großen Stadland-Check der NWZ sehen ihre Gemeinde nicht als familienfreundlich an. In diesem Fach bekam Stadland nur die Note 5,9 – 0,7 Punkte schlechter als die anderen acht Wesermarsch-Gemeinden im Durchschnitt. Schlechter schneidet – außer Brake mit ebenfalls 5,9 Punkten – keine Kommune in den Augen der Teilnehmer ab.
Grüne für Aussprache
Die zweiköpfige Grünen-Fraktion im Rat treibt dieses Ergebnis um, und deshalb beantragte sie eine Aussprache im Jugend- und Sozialausschuss des Rates. Der tagte am Mittwochnachmittag in der Großsporthalle Rodenkirchen, hatte aber offensichtlich keinen Bedarf an einer Debatte. Außer der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Elke Kuik-Janssen und Bürgermeister Klaus Rübesamen (SPD) äußerte sich niemand zu dem Thema.
Ein Ergebnis gab es dennoch: Einstimmig sprach sich das Gremium für die Einrichtung eines Arbeitskreises Kita aus, die ebenfalls die Grünen beantragt hatten.
Elke Kuik-Janssen betonte, das Ergebnis müsse ernst genommen werden und auch Folgen haben: „Da muss etwas auf den Tisch kommen.“ Vor einigen Jahren sei die Gemeinde Stadland bei Thema Kinderbetreuung in der Wesermarsch noch führend gewesen und habe als eine der ersten Kommunen Krippenplätze eingerichtet. Jetzt müsse gefragt werden: „Was können wir besser machen?“
Thema Betreuungszeit
Ein Punkt müssten gleiche Betreuungszeiten in allen Orten sein. „Dass das schwierig ist, wissen wir“, sagte die Grüne, „aber andere Gemeinden haben die gleichen Probleme.“
Rübesamen verwies in seiner Erwiderung erneut auf die seiner Ansicht nach geringe Zahl der Teilnehmer, weshalb das Ergebnis nicht repräsentativ sei. Zudem seien auch nach der Veröffentlichung in der NWZ vom 10. Dezember keine Eltern auf die Kita-Leitungen zugekommen, um konkrete Kritik vorzubringen; deshalb habe er im NWZ-Interview gesagt, es hätten überwiegend Leute teilgenommen, „die etwas zu meckern hatten“.
Elke Kuik-Janssen erwiderte, die Beteiligung der Stadlander sei, gemessen an der Einwohnerzahl, besser als in anderen Kommunen gewesen; und der Anteil der 32- bis 45-Jährigen Teilnehmer sei mit 23 Prozent gut gewesen. Darauf Klaus Rübesamen: Sicherlich müsse über die Problematik gesprochen werden.
Eltern reden mit
Dazu bestand im Jugendausschuss aber kein weiterer Bedarf, auch nicht von Seiten der anwesenden Kita-Leiterinnen.
Der neue Arbeitskreis Kita soll den aufgelösten Kindergartenbeirat ersetzen. Mitarbeiten sollen Vertreter der Eltern und Erzieher sowie aus Verwaltung und Politik. In den Sitzungen solle es nicht um große Konzepte gehen, sondern „um viele Kleinigkeiten, die nicht funktionieren“, sagte Elke Kuik-Janssen. Bürgermeister Klaus Rübesamen teilte mit, der Antrag sei in der Verwaltung und bei den Kita-Leiterinnen gut angekommen. Das Gremium werde, sobald es wieder möglich sei, in den verschiedenen Kitas tagen – zunächst im neuen Anbau der Rodenkircher Kita Löwenzahn.
