Schwei - „Als Fremde gekommen, als Freunde gegangen“ – dieser von Harry Opel, Präsident des Komitees Niedersachsen-Normandie, in seinem Grußwort zitierte Schlagertitel trifft auf etliche Bürger in der Gemeinde Stadland und deren französischer Partnerkommune Petit-Caux zu. Einige weitere Grußworte sind am Wochenende beim Besuch von 50 Franzosen hinzugekommen. Im Mittelpunkt des viertägigen Treffens stand am Sonntagabend die Feier im Schweier Krug zum 30-jährigen Bestehen des Partnerschaftsvertrages zwischen beiden Gemeinden.
Der war zwar schon 1990 in Rodenkirchen und ein Jahr später in Petit-Caux besiegelt worden, jedoch konnte der 30. Geburtstag aufgrund der Corona-Pandemie erst jetzt gefeiert werden. Die zweijährige Unterbrechung der persönlichen Austausche habe der Freundschaft aber nichts anhaben können, stellte Stadlands stellvertretender Bürgermeister Hans Schmedt fest, der das erkrankte Gemeindeoberhaupt Harald Stindt vertrat.
Freundschaften
Aus den bei den gegenseitigen Besuchen, Schüleraustauschen, Ausstellungen und anderen Gelegenheiten geknüpften Kontakten seien Freundschaften entstanden. Sie bildeten das feste Fundament der Partnerschaft, sagte Hans Schwedt. Die aktuelle Situation zeige, wie wichtig es ist, Freunde an seiner Seite zu wissen. Der Vize-Bürgermeister wies bei dieser Gelegenheit darauf hin, dass derzeit 130 Gäste aus dem ukrainischen Kriegsgebiet in Stadland eine vorübergehende Bleibe gefunden haben.
Patrice Philippe, seit 2020 Bürgermeister von Petit-Caux und erstmalig in Stadland zu Gast, dankte den Partnerschaftsvereinen in Stadland und in seiner Heimatgemeinde für ihren unermüdlichen Einsatz und hervorragende Arbeit. Auf den von den Frauen und Männern der ersten Stunde beschrittenen Weg müsse man weiter fortschreiten. Patrice Philippe lud die Stadlander Gastgeber ein, das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft im kommenden Jahr ein zweites Mal in Petit Caux zu feiern.
Den Grundstein für die Partnerschaft zwischen Stadland und Petit-Caux hatte 1988 das Komitee Niedersachsen-Normandie gelegt, als es der Wesermarsch-Gemeinde den damaligen District in der Normandie dafür vorgeschlagen hatte. Hierauf wies Präsident Harry Opel hin. „Man kommt in der Fremde an und fühlt sich wie zu Hause“, beschrieb der Ehrengast aus Lachendorf im Landkreis Celle die Partnerschaft. Die Bedeutung solcher Freundschaften sei in Europa heute wichtiger denn je.
Gute Basis
Dass Grenzen keine Rolle mehr spielen sollten, sei heute keine Selbstverständlichkeit. Wenn Kinder durch den Schüleraustausch andere Kulturen und Sprachen kennenlernen, sei dies eine gute Basis für Toleranz und Frieden, lobte die stellvertretenden Landrätin Mareike Suhr-Krippner die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden.
An der Geburtstagsfeier im Schweier Krug, die vom Quintett Nordic C. musikalisch begleitet und von Gründungsmitglied Jürgen Janssen moderiert wurde, nahmen rund 120 Gäste teil. Unter den 50 Franzosen, deren Delegation vom bisherigen Partnerschaftskommitee-Vorsitzenden Christian Belletre und dessen Nachfolgerin Nathaly Deletoille angeführt wurden, befanden sich sechs Ehepaare, die erstmalig dabei waren. Das viertägige Besuchsprogramm wurde vom Stadlander Freundeskreis Petit-Caux unter Leitung der beiden Vorstandsmitglieder Petra Leifert und Sigrid Burmester gestaltet.
