Jade - Nach außen wirken sie wie überdimensionierte Capri-Sonnen, doch im Inneren der Päckchen verbirgt sich der Geschmack von Party und Nachtleben. Seit vier Jahren führt Tim Gollenstede aus Schweiburg mit seiner Freundin Sabrina Struck das „Cocktail Department“ und verkauft abgefüllte Cocktails für Gastronomie, Events und den privaten Genuss. Neben Klassikern wie Sex on The Beach und Piña Colada inklusive alkoholfreier Varianten erhält man in seinem Onlineshop auch ausgefallene Eigenkreationen.
Lokale Qualität und Frische
Doch können die 230-Milliliter-Päckchen mit frisch geschüttelten Bar-Cocktails mithalten? „Definitiv“, verspricht Gollenstede. Um das zu garantieren, setzt er auf lokale Qualität und Frische. Er verwendet 100-Prozent-Säfte von lokalen Betrieben, die Spirituosen stammen aus Brennereien in Köln. Auch Authentizität spielt eine wichtige Rolle: „Unser Tequila stammt original aus Mexiko“, so der ausgebildete Einzelhandelskaufmann. Im Gegensatz zu anderen Herstellern von Fertigcocktails verzichte das „Cocktail Department“ auf Geschmacksverstärker und Aromastoffe. Gollenstede: „Wir heben uns komplett von anderen Bewerbern ab.“
Bis ein Cocktail auf den Markt kommt, wird lange an der Rezeptur getüftelt. Dann müssen sich die Mischungen erst in Blindverkostungen durch die Familie, Freunde, manchmal auch vertraute Stammkunden bewähren. „Ich bringe keinen Cocktail auf den Markt, den ich nicht selbst auch gern trinke“, sagt der Schweiburger.
Das Geheimnis des perfekten Cocktails liege aber nicht nur im richtigen Mischverhältnis, sondern auch im „Crushed Ice“, das etwa das halbe Glas ausfüllen sollte. Nur damit entfalten die Cocktails ihren vollen Geschmack.
Das beliebte Spaghetti-Eis hat den Schweiburger Tim Gollenstede zu einer Cocktail-Kreation inspiriert, die er im Onlineshop seines „Cocktail Department“ anbietet. Bild: Florian Fabozzi
Am 13. Mai wird jährlich seit 2006 der Welttag des Cocktails gefeiert. Hintergrund ist ein Artikel von Harry Croswell, einst Herausgeber des New Yorker Boulevardblatt „The Balance“ vom 13. Mai 1806. In dem Artikel wurde erstmals das Wort „Cocktail“ beschrieben. Croswell definierte es als „eine anregende Spirituose, bestehend aus Spirituosen jeglicher Art, Zucker, Wasser und Bitterstoffen.“
In der Pandemie entstanden
Geboren ist die Idee nach Ausbruch der Corona-Pandemie. Gollenstede ist als Unternehmer unter anderem im Party-Catering tätig, vermietet eigene Cocktail-Zapfanlagen, doch in Pandemiezeiten brachen ihm viele Einnahmen weg. Ein paar Freunde baten ihm dann am Vatertag, Cocktails für die gemeinsame Tour abzufüllen. Die Fläschchen kamen so gut an, dass Gollenstede und seine Freundin damit begannen, mit Rezepturen zu experimentieren. Vier Monate später gingen sie mit etwa zehn Sorten auf den Markt. Damals wie heute bekamen sie Unterstützung von befreundeten Barkeepern. Für die Päckchen entschied man sich aus guten Gründen. „Sie sind leichter als Flaschen, zu 100 Prozent aus recycelten Wertstoffen und bieten Schutz vor der Sonne“, sagt der Unternehmer. Abgefüllt wurde anfangs noch händisch, an manchen Tagen auch bis spät abends.
Guter Umsatz an Feiertagen
Heute verfügen Gollenstede und seine Freundin über Abfüllmaschinen. Die sind auch nötig, denn das „Cocktail Department“ hat mittlerweile Kunden in ganz Deutschland. Zum Beispiel der Freizeitpark Weißenhäuser Strand in Schleswig-Holstein. Dass Gollenstedes Cocktails auch im Gastronomiegewerbe gefragt sind, wundert ihn nicht. „Gute Barkeeper sind schwer zu finden und kleine Schankbetriebe wollen trotzdem Cocktails anbieten“, erklärt er. Wie an den meisten Feiertagen brummt das Geschäft auch um Vatertag besonders. „Der beste Verkäufer ist aber die Sonne“, sagt Gollenstede. Bei gutem Wetter verlassen mit Abstand die meisten Exemplare das Lager an der Kirchenstraße.
Lesen Sie auch: Ganderkeseer Cocktail-Profis verraten wichtigste Zutat
Spaghetti-Eis-Cocktail
Bestseller sind fruchtig-süße Cocktails, allen voran die Klassiker Mai Tai und Sex on the Beach. „Wir experimentieren aber auch mit neuen Mischungen.“ Eine Eigenkreation ist etwa der Cocktail Spaghetti-Eis, die Idee eines Stammkunden. Der Cocktail setzt sich aus Maracujasaft, Sahne, Erdbeer-Sirup, Vanille-Sirup, weiße Schokolade und Wodka zusammen und wird, so Gollenstede, „sehr gut angenommen“.
