Stollhamm - Mit seiner Saisonbestleistung von 82,20 Metern hat Europameister Hendrik Rüdebusch aus Hude am Freitagnachmittag das Klootschießer-Leistungszentrum in Stollhamm eingeweiht. Der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (CDU) aus Berne, zeigte sich von der überdachten Anlaufbahn und der digitalen Weitenmessung beeindruckt.
Als Gäste begrüßte Hausherr Siegfried Hodel, Vorsitzender des Klootschießerkreisverbandes 1 Butjadingen, neben Björn Thümler die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann aus Berne, den Butjadinger Bürgermeister Axel Linneweber, den stellvertretenden Wesermarsch-Landrat Uwe Thöle, den Vorsitzenden des Landesverbandes Oldenburg im Friesischen Klootschießerverband, Helmut Riesner, und weitere Vertreter aus Politik und Sport.
Klootschießen sei Heimatpflege, begründete Björn Thümler seine Anwesenheit als Minister für Kultur. Indem er Siegfried Hodel das weiße Niedersachsen-Ross aus der angesehenen Porzellanmanufaktur Fürstenberg überreichte, würdigte er dessen Einsatz für den Bau der überdachten 30 Meter langen und 3 Meter breiten Anlaufbahn, die eine Weltneuheit ist. Nachreichen werde er noch eine Plakette „Leistungszentrum Niedersachsen“, kündigte Björn Thümler an. Die wird dann Platz finden neben dem großen Schild „Siegfried Hodel Halle“, mit dem der Kreisverband seinen Vorsitzenden überraschte.
Alleinstellungsmerkmal
Karin Logemann betonte als Vorstandsmitglied der Oldenburgischen Landschaft, dass der Friesensport wie die Marsch, die Deiche und das Wasser zur Landschaft gehöre. Mit der Anlaufbahn habe die Wesermarsch ein Alleinstellungsmerkmal mehr, freute sich die Landtagsabgeordnete. Mit der digitalen Weitenmessung werde zudem die Verbindung zwischen Tradition und Hightech hergestellt.
Dass die digitale Weitenmessung funktioniert, für die Siegfried Hodel die Idee hatte und Martin Beck aus Nordenham für die technologische Umsetzung sorgte, wurde bei den Würfen von Hendrik Rüdebusch, Auswahlwerfer Thore Bruns aus Waddens und Brigitte Sanders aus Langendamm bewiesen. Die zentimetergenaue Weitenanzeige erfolgte umgehend.
„Man kommt in kurzer Zeit auf eine hohe Geschwindigkeit“, beschrieb Europameister Hendrik Rüdebusch die Anlaufbahn auf einer mit Fallschutzmatten belegten Schottertragschicht und der bei Klootschießern üblichen Kokosmatte obendrauf. Im Namen der Sportler sagte er dem Klootschießerkreis 1 „einen Riesendank dafür, dass ihr diese witterungsunabhängige Trainingsmöglichkeit hergestellt habt“.
Die Ausrede „zu kalt und regnerisch“ könne man jetzt nicht mehr gelten lassen, betonte Landesverbandsvorsitzender Helmut Riesner.
Weltneuheit
Bürgermeister Axel Linneweber hofft, dass der 24 Jahre alte Weltrekord von Stefan Albarus mit 106,20 Metern aufgrund von Trainingsleistungen in Stollhamm bald geknackt wird. Es sei seine erste Einweihungsfeier „und dann gleich bei einer Weltneuheit“, freute sich das gerade zwei Monate im Amt befindliche Gemeindeoberhaupt über die Fertigstellung des knapp 100 000 Euro teuren Neubaus, der mit 68 000 Euro aus dem EU-Förderprogramm Leader bezuschusst worden ist.
