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Storchenpaar In Stollhamm Nächster Akt im Stück „Balthasar macht die Betten“

Detlef Glückselig

Stollhamm - Beate Hermenau sitzt auf der Anrichte ihrer Küche. Das ist der Logenplatz, die erste Reihe. „Balthasar macht die Betten“ heißt das Stück, das gerade läuft. Die Handlung spielt in acht Metern Höhe. Beate Hermenau schnappt sich das Fernglas, das immer bereit liegt.

Balthasar ist der männliche Storch, der inzwischen im dritten Jahr das Storchennest in Beate Hermenaus Garten in Stollhamm bewohnt. Therese ist seine Storchendame. Und wie immer um diese Jahreszeit sind die beiden wieder Eltern geworden. Die ersten zwei Jungstörche sind gerade geschlüpft.

Dabei ist eigentlich nichts wie immer. Gewöhnlich sehnen sich Beate Hermenau und ihr Lebensgefährte Uwe Hänßler alljährlich im Frühjahr den Tag herbei, an dem Therese und Balthasar aus ihrem Winterquartier nach Stollhamm zurückkehren. Dieses Jahr brauchten sie nicht zu warten, denn die Störche waren gar nicht weg. Sie haben in Stollhamm überwintert.

Optimale Bedingungen

Im zurückliegenden Winter haben sich nicht nur Therese und Balthasar den Weg in den Süden gespart. Nach Auskunft von Udo Hilfers von der Storchenstation in Berne sind unter anderem auch in Brake und Ovelgönne Störche über Winter geblieben. In Eckwarden konnte man den Storch in seinem Nest beobachten, während einen Steinwurf entfernt der Weihnachtsmarkt ablief.

Der Grund dafür, dass die Störche geblieben sind, waren laut Udo Hilfers zum einen die milden Temperaturen und zum anderen Mäuse, die in einer ungewöhnlich hohen Population ein üppiges Nahrungsangebot darstellten. Und dann ist es auch so, dass allgemein die Zahl der Störche in der Wesermarsch gegenüber früheren Jahre angestiegen ist. Dass liegt vor allem an der Arbeit der Storchenstation, die sich seit mehr als 30 Jahren um die Tiere kümmert. Rund 20 Störche haben laut Udo Hilfers diesmal in der Region überwintert.


Therese und Balthasar sind zwei davon. In Stollhamm finden sie offenbar optimale Bedingungen vor. Mit dem Bau des Nestes, das auf einem acht Meter langen und 600 Kilogramm schweren Lärchenstamm thront, hatte sich Beate Hermenau vor zwei Jahren einen Traum erfüllt. Im Februar 2018 hatten sie und Uwe Hänßler das Nest fertig gestellt. Ostersamstag zog ein männlicher Storch ein. Ostermontag gesellte ich eine Storchendame hinzu. Und damit war sie perfekt, die Liebesgeschichte von Therese und Balthasar.

Beate Hermenau hat inzwischen tausende Fotos von den beiden geschossen. Tut sich etwas im Nest, schnappt sie sich schnell die Kamera, stopft sie in einen Rucksack und klettert auf das Dach ihres Hauses, um eine gute Position zum Fotografieren zu haben. Im Februar ging es für die Stollhammerin, die an der Zinzendorfschule in Tossens als Lehrerin tätig ist, mittels einer elf Meter langen Leiter noch höher hinaus, nämlich direkt zum Nest. Beate Hermenau musste es säubern. Das bedeutete vor allem, dass sie eine 15 Zentimeter dicke, steinharte Schicht entfernen musste, die sich durch Gewölle und Material, das Therese und Balthasar ins Nest getragen hatten, gebildet hatte.

Infos im Schaukasten

Im vergangenen Jahr hatten Therese und Balthasar vier Junge durchgebracht. Das ist überdurchschnittlich viel und war ebenfalls dem reichhaltigen Nahrungsangebot zu verdanken. Nun ist Beate Hermenau gespannt, wie viele Junge es diesmal sein werden. Andernorts in der Wesermarsch sind nach Auskunft von Udo Hilfers schon vor drei Wochen die ersten Jungstörche geschlüpft. Nun ist es auch bei Therese und Balthasar so weit.

Wer Näheres über das Paar und allgemein über Störche wissen möchte, findet vor Beate Hermenaus Haus am Burgeck in Stollhamm neuerdings einen Schaukasten. Werner Logemann aus Nordenham, mit deren Tochter Beate Hermenau und Uwe Hänßler bei einem Spaziergang zufällig ins Gespräch gekommen waren, hat ihn gebaut. Am Schaukasten finden sich auch Flyer der Storchenstation in Berne, die man mitnehmen kann.

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